Eröffnung des k. k. Bezirksgerichts in St. Leonhard in Passeier
In St. Leonhard in Passeier wird die Eröffnung des k. k. Bezirksgerichts mit Böllerschüssen, einem Festgottesdienst und Reden feierlich begangen. Bezirksrichter Sebastian von Isser und die lokalen Honoratioren begehen den Anlass gemeinsam mit der Bevölkerung bei Scheibenschießen und einem abendlichen Mahl.
Vollständige Transkription
Oesterreichische Monarchie.
St. Leonhard im Passeyer, 1. Juli. Auch das hier wurde die Eröffnung der Wirksamkeit des k. k. Bezirksgerichts mit aller Feierlichkeit und allem Enthusiasmus begangen. Zahlreiche Pöllerschüsse verkündeten schon gestern Abends und heute früh Morgens weit in die Thäler die hohe Bedeutung des Festes. Am Gerichtshause wurde der ganz neu gemalte großartige Adler mit Blumen und Kränzen aufgezogen, und alle Honoratioren, selbst einige Vorsteher und Ausschüsse aus weit entlegenen Gemeinden versammelten sich daselbst, und geleiteten den Herrn Bezirksrichter Sebastian v. Isser, der schon vor einem Monat mit allen Ehren empfangen worden ist, mit seinem Personale zur Pfarrkirche, wo der Herr Dekan ein feierliches Hochamt mit Te-Deum hielt unter fortwährendem Pöllernknall. Ungeachtet des vorhergegangenen Sonn- und Festtags und der dringenden Feldarbeit, war doch die Kirche ganz gefüllt. Nach beendeter Funktion begab man sich im festlichen Zuge zum Gerichtshause, wo sich auch die hochw. Geistlichkeit einfand, und das Bildniß unseres jugendlichen Kaisers sinnig mit Immergrün und Rosen verziert war. Der Hr. Bezirksrichter hielt dann in öffentlicher Versammlung eine mit Beifall aufgenommene Rede, welche mit dem einstimmigen Rufe: „Hoch lebe Franz Joseph!“ mit allseitiger Rührung endete und vom Herrn Dekan erwidert wurde. Nachmittags wurde ein Scheibenschießen gegeben, und Abends versammelte der Hr. Bezirksrichter die Honoratioren zu einem kleinen Supée beim Stroblwirth, wo wieder die herzlichsten Lebehochs erschallten. So endete dieser feierliche Tag, unvergeßlich den biedern Passeyern, deren historische Treue und Anhänglichkeit an Religion und Kaiserhaus noch immer in ungetrübter Frische fortlebt.
Auch in diesem Monat
- 1850er4 Schlagwörter
Bekanntmachung.
Auf Grund der vorausgegangenen Wahlen der vom Gesetze vorgeschriebenen Ausschüsse fand heute Vormittag die Wahl der neuen Meraner Gemeindevorstehung statt. Zum Bürgermeister wurde Herr Valentin Haller, zu Räthen Herr Handelsmann Verdroß, Herr Güterbesitzer Alois Putz und Herr Kaufmann Alois Kirchlechner berufen. Meran, 3. Juli 1850. Der k. k. Bezirkshauptmann Kopp.
- Bozner Zeitung1850er4 Schlagwörter
Schwere Unwetterkatastrophe in Gratsch und Allgund
In der Nacht zum 8. Juli 1850 führten schwere Wolkenbrüche über Algund und Gratsch zu verheerenden Murgängen. Zahlreiche Gebäude wurden zerstört, Kulturgründe verwüstet und mehrere Menschen getötet oder verschüttet.
- Der Bote für Tirol1850er4 Schlagwörter
Verheerendes Unwetter über Gratsch und Algund
Ein schweres Unwetter mit Hagel und Wolkenbruch löste in Gratsch und Algund verheerende Murenabgänge aus. Mehrere Anwesen wurden zerstört und forderten Todesopfer sowie Vermisste, während weite Teile der landwirtschaftlichen Flächen verwüstet wurden.
- Tiroler Zeitung - Wochenblatt für Katholiken1850er4 Schlagwörter
Schweres Unwetter und Vermurungen im Meraner Raum
In der Nacht auf den 7. Juli 1850 richtete ein verheerender Wolkenbruch in Algund, Gratsch, Plarsch und St. Peter schwere Schäden an. Muren zerstörten mehrere Gebäude sowie die Kirche in Gratsch, forderten Menschenleben und verwüsteten die landwirtschaftlichen Kulturen.
- Tiroler Zeitung - Wochenblatt für Katholiken1850er4 Schlagwörter
Bergung der Todesopfer nach dem Erdrutsch in Gratsch
Nach einem verheerenden Wolkenbruch in Gratsch bei Meran wurden die sterblichen Überreste der vier noch vermissten Personen geborgen, darunter ein 15-jähriger Junge. Die Unwetterkatastrophe forderte damit insgesamt neun Menschenleben.
1850 im Überblick
Das Jahr 1850 war in Meran durch wichtige administrative Neugliederungen wie die Erhebung zur Bezirkshauptmannschaft und die Konstituierung der ersten freien Gemeinde geprägt. Gleichzeitig prägten infrastrukturelle und bildungspolitische Entwicklungen das Stadtbild, während Naturkatastrophen wie der schwere Wolkenbrüch im Juli und der Brand in Obermais große Schäden verursachten. Auch überregionale Themen wie die Ankunft von Erzherzog Rainer und Eisenbahnplanungen standen im Fokus der Berichterstattung. →
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"Eröffnung des k. k. Bezirksgerichts in St. Leonhard in Passeier." Der Bote für Tirol, 6. Juli 1850. https://digital.tessmann.it/tessmannDigital/Zeitungsarchiv/Seite/Zeitung/47/1/06.07.1850/153140/1. https://www.meran-archive.com/de/artikel/1850-07-06-eroeffnung-des-k-k-bezirksgerichts-in-st-leonhard-in-passeier