Schweres Unwetter und Vermurungen im Meraner Raum
In der Nacht auf den 7. Juli 1850 richtete ein verheerender Wolkenbruch in Algund, Gratsch, Plarsch und St. Peter schwere Schäden an. Muren zerstörten mehrere Gebäude sowie die Kirche in Gratsch, forderten Menschenleben und verwüsteten die landwirtschaftlichen Kulturen.
Vollständige Transkription
Oesterreich.
Meran, 7. Juli. Gestern nachts 11 Uhr ereignete sich ein schreckliches Unglück. Die Gemeinden Algund, Gratsch, Plarsch und St. Peter wurden durch einen Wolkenbruch beinahe ganz verwüstet. In Gratsch brach eine Muhr los und riß das Haus des Kircherbauern weg, in welchem sich 11 Menschen befanden, von denen man bisher nur 4 Todte und 2 Halbtodte, denen man noch die heil. Sakramente reichte, unter dem Schutte hervorgraben konnte. Die herrlichen Felder von Algund sehen furchtbar aus, 3 Häuser sind beinahe ganz vermuhrt, auch in Algund fehlen 3 Menschen. Die Straße bei der Töll konnte erst heute Abend wie der passirt werden. In Gratsch ist auch die Kirche ganz ruinirt. Das Ungewitter mit Blitz und Donner war schrecklich. Die größten Verwüstungen richtete der Ausbruch des Gröbenbaches an. Der Schaden an den Feldern allein soll sich auf 400,000 fl. belaufen. (I. Ztg.)
Auch in diesem Monat
- Bozner Zeitung1850er4 Schlagwörter
Schwere Unwetterkatastrophe in Gratsch und Allgund
In der Nacht zum 8. Juli 1850 führten schwere Wolkenbrüche über Algund und Gratsch zu verheerenden Murgängen. Zahlreiche Gebäude wurden zerstört, Kulturgründe verwüstet und mehrere Menschen getötet oder verschüttet.
- Der Bote für Tirol1850er4 Schlagwörter
Verheerendes Unwetter über Gratsch und Algund
Ein schweres Unwetter mit Hagel und Wolkenbruch löste in Gratsch und Algund verheerende Murenabgänge aus. Mehrere Anwesen wurden zerstört und forderten Todesopfer sowie Vermisste, während weite Teile der landwirtschaftlichen Flächen verwüstet wurden.
- 1850er4 Schlagwörter
Bekanntmachung.
Auf Grund der vorausgegangenen Wahlen der vom Gesetze vorgeschriebenen Ausschüsse fand heute Vormittag die Wahl der neuen Meraner Gemeindevorstehung statt. Zum Bürgermeister wurde Herr Valentin Haller, zu Räthen Herr Handelsmann Verdroß, Herr Güterbesitzer Alois Putz und Herr Kaufmann Alois Kirchlechner berufen. Meran, 3. Juli 1850. Der k. k. Bezirkshauptmann Kopp.
- Der Bote für Tirol1850er4 Schlagwörter
Eröffnung des k. k. Bezirksgerichts in St. Leonhard in Passeier
In St. Leonhard in Passeier wird die Eröffnung des k. k. Bezirksgerichts mit Böllerschüssen, einem Festgottesdienst und Reden feierlich begangen. Bezirksrichter Sebastian von Isser und die lokalen Honoratioren begehen den Anlass gemeinsam mit der Bevölkerung bei Scheibenschießen und einem abendlichen Mahl.
- Tiroler Zeitung - Wochenblatt für Katholiken1850er4 Schlagwörter
Bergung der Todesopfer nach dem Erdrutsch in Gratsch
Nach einem verheerenden Wolkenbruch in Gratsch bei Meran wurden die sterblichen Überreste der vier noch vermissten Personen geborgen, darunter ein 15-jähriger Junge. Die Unwetterkatastrophe forderte damit insgesamt neun Menschenleben.
1850 im Überblick
Das Jahr 1850 war in Meran durch wichtige administrative Neugliederungen wie die Erhebung zur Bezirkshauptmannschaft und die Konstituierung der ersten freien Gemeinde geprägt. Gleichzeitig prägten infrastrukturelle und bildungspolitische Entwicklungen das Stadtbild, während Naturkatastrophen wie der schwere Wolkenbrüch im Juli und der Brand in Obermais große Schäden verursachten. Auch überregionale Themen wie die Ankunft von Erzherzog Rainer und Eisenbahnplanungen standen im Fokus der Berichterstattung. →
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"Schweres Unwetter und Vermurungen im Meraner Raum." Tiroler Zeitung - Wochenblatt für Katholiken, 10. Juli 1850. https://digital.tessmann.it/tessmannDigital/Zeitungsarchiv/Seite/Zeitung/21006/1/10.07.1850/210734/4. https://www.meran-archive.com/de/artikel/1850-07-10-schweres-unwetter-und-vermurungen-im-meraner-raum