Regelung der Getränkesteuer und Verlegung von Aufschlagsämtern im Vinschgau
Wegen Beschwerden über die novellierte Getränkesteuer im Vinschgau verlegten die Landesbehörden mehrere Aufschlagsämter, unter anderem nach Spondinig und Sterzing. Diese Maßnahme gewährte Steuererleichterungen für Wirte und den Wein-Eigenbedarf, was von der bäuerlichen Bevölkerung dankbar aufgenommen wurde.
Vollständige Transkription
Oesterreichische Monarchie. - Tirol.
Meran, den 20. Jän. Die Aenderung, welche durch die Verordnung des Guberniums vom 25. Oktober und 25. November 1848 in der Getränkesteuer und ihrer Behebung eintrat, veranlaßte bei einigen Gemeinden des Vintschgaues und Nebenthäler, die hinter die Aufschlagslinien zu stehen kamen, mehr oder weniger gegründete Einwendungen, zu deren Untersuchung und Beilegung kürzlich ein Regierungs-Kommissär in das obere Vintschgau abgesendet wurde. Dem Vernehmen nach wird sofort das vor Alters an der Thöll ober Allgund bestandene und zuletzt nach Laas verlegte Aufschlagsamt in den Weiler Spondinig, Bezirk Schluderns, wo die Wormser in die Vintschgauer Straße mündet, übertragen, und jenes in Mauls und nach Sterzingen versetzt werden. Dadurch sind die Wirthe und Buschenschenker der Ortschaften innerhalb dieser Linien des niedrigen Getränkeaufschlages theilhaftig, und die Privaten für ihren nothwendigen Weinbedarf nach den besonderen landwirthschaftlichen Verhältnissen dieser theil weinbautreibenden, theils unmittelbar an selbe gränzenden Gegenden steuerfrei gestellt. Ohne diese Maßregel würde eine zu fühlbare Ungleichheit in der Behandlung der Unterthanen mancher Bezirke, z. B. der Passeyrer gegenüber den Sarnhalern, Schnalsern u. a. sich herausgestellt haben und zur Sicherung des Gefälles eine kostspielige Vermehrung des Amts- und Aufsichtspersonals nöthig geworden sein, während der Steuerentgang durch die günstigere Stellung obiger Enclaven kaum nennenswerth erscheint. – Dieses vermittelnde und rechtzeitige Einschreiten der Landesbehörden hat in der Bevölkerung jener Landestheile aufrichtige und dankbare Anerkennung gefunden. Man hört die Bauern mit zufriedener Mine sagen: Seit das Gubernium und die Gefälleverwaltung mitsammen gehen, können wir auch durchkommen! (Lloyd.)
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"Regelung der Getränkesteuer und Verlegung von Aufschlagsämtern im Vinschgau." Der Bote für Tirol, 31. Januar 1849. https://digital.tessmann.it/tessmannDigital/Zeitungsarchiv/Seite/Zeitung/47/1/31.01.1849/152715/2. https://www.meran-archive.com/de/artikel/1849-01-31-regelung-der-getraenkesteuer-und-verlegung-von-aufschlagsaemtern-im-vinschgau