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Debatte über die erbliche Kaiserwürde in der Frankfurter Nationalversammlung

Zusammenfassung

Ein Korrespondenzbericht aus Frankfurt schildert die Parlamentssitzung vom 23. Januar 1849 über die Ausgestaltung des künftigen Reichsoberhauptes. Die Nationalversammlung lehnt sowohl eine erbliche Kaiserwürde als auch befristete Amtszeiten vorerst ab, solange Österreichs staatsrechtliches Verhältnis zu Deutschland ungeklärt bleibt.

Vollständige Transkription

Deutschland.

B. W. Frankfurt, 23. Jän. Abends um 5 Uhr. Ich komme so eben aus dem Parlamente, wo ich eine der denkwürdigsten Sitzungen erlebt habe. Die erbliche Kaiserwürde in Deutschland zu Gunsten Preußens wurde zuerst von Professor Edel aus Würzburg mit großem Erfolge bestritten. Namentlich sprachen seine begeisterten Worte für Oesterreich alle Herzen an, die nicht spezifisch preußisch fühlten, und insbesondere sind ihm die Tiroler zum Danke verpflichtet, er das herzliche Einverständniß zwischen Tirol und Baiern trefflich hervorhob. Sein Nachredner, Grumbrecht aus Hannover, tonnte den Eindruck dieser Rede nicht verwischen, ungeachtet er seinem Ingrimm gegen Professor Edel und Beda Weber freien Lauf ließ. Der Schluß ward sofort beantragt und angenommen. Nun entspann sich unter der gespanntesten Aufmerksamkeit der Versammlung ein geistvoller, aber erbitterter Kampf über die Vorfrage, ob die Abstimmung mit der Erblichkeit des Oberhauptes beginnen sollte, oder umgekehrt mit einem Jahre Amtsdauer. Darin lag auch das Schicksal der Erblichkeit beschlossen. Die Versammlung entschied gegen den Präsidenten Simson mit 270 gegen 216 Stimmen für den Beginn der Abstimmung mit der Frage er Erblichkeit. Das Resultat machte auf alle Preußen einen ungeheuern Eindruck. Hierauf fiel die Erblichkeit des künftigen deutschen Oberhauptes mit 263 gegen 211, die Amtsdauer auf Lebenszeit mit 413 gegen 39, die Amtsdauer auf 12 Jahren mit 442 gegen 14, die auf 6 Jahre mit 264 gegen 196, und die auf 3 Jahre mit 305 gegen 120 Stimmen. Alle übrigen Anträge, darunter auch der auf 1 Jahr, wurden zurückgenommen. Umgesetzt in Worte lautete das Resuktat: „Wir wollen darüber gar nichts beschließen, bis die Stellung Oesterreichs zu Deutschland nicht entschieden ist.“ Quod felix faustumque sit!

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"Debatte über die erbliche Kaiserwürde in der Frankfurter Nationalversammlung." Der Bote für Tirol, 31. Januar 1849. https://digital.tessmann.it/tessmannDigital/Zeitungsarchiv/Seite/Zeitung/47/1/31.01.1849/152715/4. https://www.meran-archive.com/de/artikel/1849-01-31-debatte-ueber-die-erbliche-kaiserwuerde-in-der-frankfurter-nationalversammlung