Zur Geschichte der Straße über den Jaufen
Abschließender Bericht über die Trassenführung, Kostenvoranschläge und Finanzierung des ersten Projekts für die Jaufenstraße zwischen Passeier und Sterzing. Zudem wird auf alternative Entwürfe von J. A. G. Hafner und Michael Hofer hingewiesen.
Vollständige Transkription
Anhang.
Die Straße über den Jaufen. 2/2
(Beschluß.)
Der Augenschein erfolgte am 2., 3. und 4. September. Hiebei wurde der Straßenzug von Strecke zu Strecke vom daigen Stadtthore gegen Passeier bis Sterzing sammt beiläufigen Unkosten bestimmt; er ward in 39 Sektionen getheilt, und ging rechts der Passer bis zum Finelebach, durch Riffian über die Schennabrücke bis Saltaus. Von dort über die Brücke gegen und über der Kellerlahn nach St. Martin. Von da über die Brücke dem Sand zu durch St. Leonhard über die Rosinbrücke des Vistradbaches, dem Vistradthale nach hinauf durch Serpentinen, den Berg entlang heraus bis auf Karlegg, dann zuletzt hinein nach Wans. Von da wieder heraus auf Walten, und hinauf bis auf Leiteneben. Dann durch Serpentinen bis zum alten Wege, über´s Joch, und jenseits hinab bis zum Wirthshause. Von da dem Grat nach hinab bis in Kalch, dann durch Krümmung neben dem Schlosse Reifenegg vorbei bis auf die Ebene Bardaun; nun über den Ratischinserbach bis Mareith; von da herab neben Gasteig bis Sterzing.
Es sind elf Brücken, auch Schutzdächer, Stützmauern rc. erforderlich. Für Herstellung dieser Straße, doch nur für Arbeit, Holz und Fuhren, wurden angeschlagen 24,425 fl.; für Pulver, Eisen, Requisiten, Baumeisterbesoldung, Aufsicht, Darlehensprozente, Einkassirung der Anlagen 7.007 fl., zusammen 31,432 fl.
Nun folgt der Stundenausweis, dann die Beitrags-Repartition, und zwar von Seite der landesfürstlichen Herrschaft 8.000 fl., der Landschaft 3.000 fl. Das übrige von den Gerichten, mit Einschluß von Kastelbell, Schnals, Schlanders, Glurns, Mals, Mariaberg. Endlich die jährliche Konservation der Straße. Wartgeld für vier Wegmacher bis St. Leonhard, für acht bis auf den Jaufen und acht bis Sterzing, zusammen zwanzig Wegmacher, à 5 fl., 100 fl. Für 400 Arbeitstage derselben, à 15 kr., 100 fl. Für Holz, Fuhren rc. 150 fl. Für zwei Wegbereiter und zugleich Kassiere 200 fl. Im Ganzen 550 fl.
Hiemit endet sich das erste Projekt. Gleich darauf machte Hr. J. A. G. Hafner ein zweites, welches mehrentheils vom obigen abwich; und endlich liegt auch als drittes Projekt eine ungefähre Situationskarte von Michael Hofer, Zollner bei St. Martin, vor, mit sehr kurzer genereller Beschreibung, wobei ein Durchbruch durch den Jaufen vorkömmt.
Meran, den 8. August 1827. J. A. Jordan.
Auch in diesem Monat
- Der Bote für Tirol1819–18294 Schlagwörter
Die Straße über den Jaufen (Teil 1)
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"Zur Geschichte der Straße über den Jaufen." Der Bote für Tirol, 29. November 1827. https://digital.tessmann.it/tessmannDigital/Zeitungsarchiv/Seite/Zeitung/47/1/29.11.1827/150411/4. https://www.meran-archive.com/de/artikel/1827-11-29-zur-geschichte-der-strasse-ueber-den-jaufen