Einzug der Schützenkompanien beim Schützenfest in Meran
Bericht über den feierlichen Einzug verschiedener Schützenkompanien aus Feldkirch, Klausen, Partschins und Algund beim Schützenfest in Meran. Die Delegationen wurden mit Festansprachen empfangen, wobei die Zahl der registrierten Schützen bereits 1200 erreichte.
Vollständige Transkription
Oesterreichische Monarchie.
Meran, 26. Mai. Gestern Abends hielten die Schützen aus Feldkirch ihren Einzug, und wurden von den Brüdern Dr. Gottlieb und Anton Puß empfangen. Der Letztere sagte in seiner Anrede: „Ich bin vier Jahre in Eurer Mitte verweilt, und habe unter Euch süße, wonnereiche Tage verlebt. Die ersten konstitutionellen Ideen habe ich bei Euch eingesogen; sie haben uns ein schöner Traum geschienen, der sich jetzt zur vollständigen Wirklichkeit gestaltet hat. Darum ein Lebehoch Euch Brüdern aus Feldkirch! Der Gräfin von Meran, von deren Hand diese hohe, hehre, gold- und kunstreiche Fahne stammt, ein Hoch!“
Heute Morgens wurden die Schützen aus Partschins u. Klausen eingeführt. Hr. D. Schönherr begrüßte die Eisackthaler mit treffender Anrede: „Gruß und Handschlag Euch Schützen aus dem Eisackthale! Ihr habt zu jeder Zeit Gut und Blut für das bedrohte Vaterland eingesetzt, und Männer sind aus Eurer Mitte hervorgegangen, deren Thaten in den Jahrbüchern Tirols glänzen. Aus Eurer Mitte trat der begeisterte Haspinger, der Rothbart, hervor, und jagte mit seinem Stabe das unheilige Philistervolk von dem heiligen Boden des Vaterlandes. Von Euch stammt der Wirth von der Mahr, der in Bozen den Tod für das Vaterland gestorben. Ihr führt in Eurer Mitte den Schützenhauptmann Rumpelmaier, der die Gebeine des Andreas Hofer aus fremder Erde mit erheben und nach Innsbruck übertragen half. Jedoch nicht die Männer allein, das ganze Geschlecht ist von denselben Geiste durchdrungen. Die Weiber von Leyfers u. Feldthurns haben muthig ihren Herd vertheidigt. Die alte Vertrautheit mit dem Stutzen ist Euch nicht abhanden gekommen. Einer aus Euch hat bei diesem Feste das Centrum und ein anderer 2 Vierer geschossen. Geht nun hin und thut dasselbe."
Die Umstehenden ließen es merken, daß dieser Redner den rechten Fleck getroffen hatte.
In einer Stunde darauf zogen die Algunder herein. Voran die weißrothe Tiroler Fahne und die weißgrüne Schützenfahne. Der Hauptmann trug die große goldene Tapferkeitsmedaille. Dr. Lentner begrüßte sie mit einer Rede voll treffender Anspielungen auf die Algunder und ihre schöne Gegend.
„Schützen von Algund! Ihr seid uns lieb und theuer, da Ihr unsere Nachbarn seid, mit Eurer Hilfe immer bereit stehet, und nun gekommen seid, das Fest mitzufeiern. In Eurer Gegend liegt der schöne Rosengarten, in welchem nach der alten Sage ein König thronte, und mit seinen Schätzen dort begraben liegt. Gleich den Rosen dieses paradiesischen Gartens blühen die Rosen Eurer Liebe, Treue und Kraft. Geht nun hin und brecht Euch von dem Schützenfeste recht viele, schöne Rosen und bekränzt Eure Stirne.“ - Der Träger der weißrothen Fahne bewies in dem Schwingen derselben eine große Kunstfertigkeit.
Die Einschreibbücher weisen bis jetzt die Zahl von 1200 Schützen.
Wie wir hören, sind die Italiener höchst vergnügt mit frisch geweckter Liebe zu den deutschen Brüdern weggegangen.
Auch in diesem Monat
- Der Bote für Tirol1850er4 Schlagwörter
Schützenfest in Meran: Empfang der Schützen aus Nord-, Süd- und Welschtirol
Bericht über das Schützenfest in Meran im Mai 1851 mit dem feierlichen Empfang auswärtiger Schützenkompanien aus dem Oberinntal, dem Vinschgau, Lana, Dorf Tirol, Marling und dem Stubaital. Neben patriotischen Ansprachen zu Ehren von Kaiser Franz Joseph und Erzherzog Johann wird eine versöhnliche Begegnung zwischen einem deutschtiroler und einem wälschtiroler Schützen hervorgehoben.
- Bozner Zeitung1850er4 Schlagwörter
Konzertankündigung von Josef Netzer in Meran
Im Rahmen der Feierlichkeiten um das Hausschießen von Prinz Johann kündigt der Tiroler Komponist Josef Netzer ein Konzert in Meran an. Auf dem Programm stehen eigene Lieder sowie Werke von Beethoven, Kreutzer und Gänsbacher.
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Im Mai 1851 trifft Erzherzog Johann mit seiner Familie in Meran ein, um das feierliche Freischießen zu eröffnen. Ein prächtiger Festzug mit Bürgerwehr, Musikkapellen und Schützenkompanien aus ganz Tirol begleitet die Übergabe kostbarer Fahnen und Bestgaben am Schießstand.
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Schützenfest in Meran und universitäre Berufung von Dr. Albert Jäger
Die Ankunft der Schützengesellschaften aus Kaltern und Innsbruck zu einem Schießwettbewerb in Meran wird von feierlichen Reden und Ehrenbezeugungen für Erzherzog Johann und Kaiser Franz Joseph I. begleitet. Des Weiteren berichtet das Blatt über die bevorstehende Berufung des Meraner Gymnasialdirektors Dr. Albert Jäger an die Wiener Hochschule.
- Der Bote für Tirol1850er5 Schlagwörter
Großes Tiroler Schützenfest in Meran unter Erzherzog Johann
Im Mai 1851 richtet Erzherzog Johann anlässlich seines Einzugs auf Schloss Schenna ein großes Schützenfest auf dem Meraner Schießstand aus. Nach einem feierlichen Festzug durch die Stadt überreicht der Erzherzog einen kunstvollen Ehrenbecher aus Steinbockhorn an die Meraner Schützen und betont die Verbundenheit mit Tirol.
1851 im Überblick
Das Jahr 1851 war in Meran stark durch das von Erzherzog Johann geförderte öffentliche Leben und bedeutende Veranstaltungen geprägt, darunter das große Schützenfest im Mai mit über 1200 Teilnehmern. Daneben bestimmten religiöse Initiativen wie die Volksmission in Partschins sowie die Eröffnung neuer Wohlfahrtseinrichtungen wie der Kleinkinderwartanstalt das gesellschaftliche Geschehen. Kulturelle Anerkennung erlangte zudem der Bildhauer Franz Pendl durch die internationale Vermittlung seiner Werke. →
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"Einzug der Schützenkompanien beim Schützenfest in Meran." Der Bote für Tirol, 28. Mai 1851. https://digital.tessmann.it/tessmannDigital/Zeitungsarchiv/Seite/Zeitung/47/1/28.05.1851/153410/2. https://www.meran-archive.com/de/artikel/1851-05-28-einzug-der-schuetzenkompanien-beim-schuetzenfest-in-meran