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Historische Notizen über die Berggemeinde Hafling

Zusammenfassung

Ein historischer Abriss beleuchtet die Geschichte der Berggemeinde Hafling von der Ersterwähnung 1166 bis zur Errichtung einer eigenen Kuratie im 16. Jahrhundert. Neben Angaben zu Höfen und Einwohnern werden Urkunden der Bischöfe von Trient und Verträge mit der Pfarre Mais und dem Stift Stams dokumentiert.

Vollständige Transkription

Anhang.

Hafling, ein bewohnter Berg auf der Ostseite von Meran, zur Pfarr Mais gehörig, erscheint in den noch vorhandenen alten Urkunden, unter anderem in dem Stiftsbrief des Klosters in der Aue bei Botzen, jetzt Grieß, vom 31. Oktober 1166 unter dem Namen Haveninge. Es zählt dermal ein und zwanzig zerstreute, durch ein tiefes Thal geschiedene, in sieben und siebzig Hausnummern getheilte Höfe, und in denselben ungefähr 470 Einwohner. Nach der, den 14. September 1251 gefertigten Einweihungs-Urkunde konsekrirte die dortige Filialkirche zur heil. Katharina der Fürstbischof von Trient Egno, ein Graf von Eppan, und setzte das Einweihungs-Fest auf den ersten Sonntag nach Mariä Himmelfahrt an. Schon lange zuvor stund die, jenseits des Thales gelegene, dermalige Kuratie-Kirche zum heil. Johann dem Täufer. Aber noch hatten die dortigen Gebirgsbewohner keinen eigenen Seelsorger. Sie mußten herab zum Gottesdienst in die Pfarrkirche zu Mais, und wurden von da aus pastorirt. Am St. Johannes-Abend 1413 schloß die dortige Gemeinde mit dem Pfarrer von Mais, Jodok Edelmann, von Ulm gebürtig, unter Einfluß der in Mais ökonomisirenden Konventualen von Stams einen Vertrag. Hierdurch machte sich der Pfarrer für sich und seine Nachfolger verbindlich, an bestimmten hohen Festen einen Hülfspriester dahin zu schicken, und durch denselben die seelsorglichen Verrichtungen ausüben zu lassen. Durch eine spätere Uebereinkunft der Gemeinde mit dem Abte von Stams, Pelagius Baur, als Patron, und dem Konventualen Simon Gaßler, als Pfarrer in Mais, kam die Errichtung einer eigenen Kuratie zu Stand. „Beschehen den Freytag vor sandt Simon und Judas der Zwölfboten tag Nach Christi unsers lieben Herrn Geburt 1526.“ Die gegenseitig eingegangenen Verbindlichkeiten genehmigte noch im nämlichen Jahre, den 9. Dezember, „der Prinz und Infant von Spanien, Erzherzog zu Oesterreich rc., Grave zu Tirol, Ferdinand (1. nachhin Kaiser) als regierender Landesfürst, auch gedachtes Gottzhauß Stiftsherr.“ Das folgende Jahr bestätigte sie der Fürstbischof Bernard v. Cles durch eine gleichfalls deutsche Urkunde: „Geben zu Tryennt. In unserm Schloß Boneconsili am X. Tag Aprilis nach Christi gepurd XV° und im XXVII Jar.“

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Zitieren & Teilen

"Historische Notizen über die Berggemeinde Hafling." Der Bote für Tirol, 17. Juli 1826. https://digital.tessmann.it/tessmannDigital/Zeitungsarchiv/Seite/Zeitung/47/1/17.07.1826/150268/4. https://www.meran-archive.com/de/artikel/1826-07-17-historische-notizen-ueber-die-berggemeinde-hafling