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Nachtrag zur Chronik der Pest im Vinschgau und im Meraner Raum

Zusammenfassung

Ein 1638 verfasstes Dokument aus der Kuratie Hafling dokumentiert den Ausbruch der Pest im Herbst 1636 in der Umgebung von Vöran und Hafling mit insgesamt 62 Todesopfern. Zur Abwendung der Seuche stiftete die Gemeinde Kirchenfahnen und gelobte feierliche Kreuzgänge.

Vollständige Transkription

Anhang.

Ein Nachtrag

Zu dem Aufsatz im Bothen v. u. f. T. u. B. 1824 Nr. 99 und 100: Von der Pest in Vinstgau und von der Gegend von Meran.

Eine in dem Kuratie-Widdum zu Hafling hinterlegte Urkunde vom 6. April 1638 bewahrt hiervon Folgendes auf:

In perpetuam memoriam.

Anno 1636 um Allerheiligen Tage hat die laidige Krankheit zue Chnal in Veran eingeriffen, und sein alldorten verstorben sechs Personen; darnach bei dem Meßmer eine Person und sein Sohn, eine bei dem Glatzen. Von dem Glatzen ist es eingeriffen in des Platters Häuslein; daraus sein gestorben fünf Personen. Item bei dem Platter neun Personen. Bei dem Grueber vier Personen; Mer in der Filgenhütt drei Personen. Item bei dem Pächler acht Personen; bei dem Pauren vier Personen; bei dem Haltmayr vier Personen; auf der lekh Platt zwei Personen; bei dem Schneiderheißl zehn Personen. Item aus dem Untermayrheißlein ein Personen. Mer im Weberheißlein in deßs Nußbamers Grund und Boden gelegen drei Personen; bei dem Nußbamer er selbsten sambt vier Personen.

Summa der abgestorbenen 62 Personen.

Umb abenderung solcher värchtlichen straf und heimsuchungen Gottes hat eine ehrsame Nachbarschaft auf Häflingen dem lieben heiligen Marterer Sebastiano und Fabiano einen schönen roten Carmesinenen Fahnen machen lassen, ohne der Gotshäußer entgeltnuß, auf der einen seiten des Plats ist Unser liebe Frau die hailige Mueter Jesu Christi neben und sambt der heiligen Jungfrauen Catharina und Joannes Baptista; auf der andern seiten Sant Sebastian und S. Rochus. Item der ehrsame Fürneme Christian Prummer hat für sich selbsten einen weißen Fahnen machen lassen auch zu diesen Ende wie obstet.

Item in Regierender Pest haben Ehrsame fürneme benach Parten den lieben heiligen Gotshäußern S. Joannis und Catharina verehrt und geschenkt. (Hier folgt im Manuskript eine Aufzählung der einzelnen Geschenke).

Es ist weiter zu Merkhen, daß ein Ersame nach-Paurschaft mit Rath herrn Pfarrers Joanis Heisler und Beneficiaten des h. Creitz auf frags Purg) versprochen haben, Creitz geng zu verrichten. (Hier folgt die Aufzählung der einzelnen Kreuzgänge).

Auf solches Versprechen und gottseliges Gelübt hat die laidige Pest ein aufhären oder end genommen.

Zu dieser Zeit ist Pfarrer der Ehrwürdige Gaistlich her Joanes Heisler, Pfarrer allhier und Beneficiat auf Fragsburg.

Kirch Probst Gall Alber Tschitt

Anwald Ulrich Reiterer Sulfner.

Verzeichnet den 6 tag Aprilis deß 1638 Jars durch herrn Pfarrer selbsten in beisein obangedeiten Kirchprobsten und Anwalden, sowol auch des Ehrsamen und fürnemen Christl Kienzl beim Prunner und Paul Alber, jetziger Zeit bestands Man auf dem Astmayr Hof.

Actum Ut Supra.

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"Nachtrag zur Chronik der Pest im Vinschgau und im Meraner Raum." Der Bote für Tirol, 17. Juli 1826. https://digital.tessmann.it/tessmannDigital/Zeitungsarchiv/Seite/Zeitung/47/1/17.07.1826/150268/4. https://www.meran-archive.com/de/artikel/1826-07-17-nachtrag-zur-chronik-der-pest-im-vinschgau-und-im-meraner-raum