Topographie: Beschreibung der Umgebung von Meran – Die Familie Ladurner
Der vierte und letzte Teil der Beschreibung der Umgebung von Meran widmet sich der Geschichte der Familie Ladurner und ihres Stammhofes. Über mehr als fünf Jahrhunderte lässt sich die ununterbrochene Erbfolge der Familie auf ihrem Hof nachweisen. Zudem werden die historischen Wappen der Familie Ladurner sowie deren heraldische Details ausführlich beschrieben.
Vollständige Transkription
Anhang.
Beschreibung der Umgebung von Meran. 4/4
(Beschluß.)
Schätzbare alte und gut erhaltene Familien-Urkunden werden hier aufbewahrt, unter anderen die Verlassenschafts-Abhandlungen, zu deren Verfassung die Landgerichts-Obrigkeit von Meran immer selbst durch 300 Jahre dahin kam. Wenigstens über 500 Jahre hauste auf diesem Hofe das nämliche Geschlecht der sich davon herschreibenden Ladurner. Unter diesen zeichneten sich Berthold im 14., Peter im 15., Jenewein in eben demselben, und noch im 16. Jahrhunderte aus, und machten sich um ihr Vaterland verdient. Die diplomatisch erweisliche ununterbrochene Aufeinanderfolge des nämlichen Stammes in absteigender gerader Linie beginnt um die Mitte des 16. Jahrhunderts. Unveräußert und ungetheilt vererbte sich dieser Hof von den Vätern auf die Söhne. Alle waren fromme, biedere, redliche Menschen, deren Andenken im Segen ruht. Dieß sind auch ihre noch lebenden Nachkommen, aus denen viele besonders in dem Burggrafenamte und dem Vinstgau sich aufhalten, und in verschiedenen Ständen dem Staate oder Altare dienen, als fleißige Bürger und emsige Landwirthe sich und ihre Familien nähren.
Eine noch in dem Stammhofe aufbewahrte, gemalte, runde Fensterscheibe erhielt uns die Kunde von dem alten ritterlichen Wappen der Ladurner. Es ist ein geviertheilter Schild; rechts oben, unten links im silbernen Feld sieht man eine geschlossene Krone mit fünf daraus empor steigenden goldenen Aehren; oben links, rechts unten im goldenen Feld steht ein Thurm mit offener Pforte, darüber zwei in Form eines Andreaskreuzes übereinander geschränkte Stäbe. Auf dem gekrönten offenen Helm ist zwischen zweien mit offenen Kronen gezierten Schwanenflügeln ein Thurm. Die Farben der Helmdecke sind rechts Gold und Blau, links Gold und Silber. Die Umschrift heißt: Jhenewein . Ladurner . zum . Thurm . und . Starkenhofe . Haubman.
Die spätern Enkel, immer dem Erwerbe ihrer Väter – dem Feldbau, der Viehzucht – getreu, mögen diese Vorzüge und Titel für gering gehalten haben. Wenigstens machten sie nicht Gebrauch davon. Hans Ladurner auf Ladurn erhielt vom Erzherzog Leopold unterm 23. Jänner 1620 für sich und seine ganze Verwandtschaft ein neues Wappen: einen senkrecht getheilten Schild, auf dessen rechter Seite ein dreifach gespaltenes Berg, auf der linken ein Rebstock mit zwei blauen Trauben zu sehen ist; auf dem geschlossenen Helm befindet sich ein Olivenbäumlein zwischen zweien roth und weiß gefärbten Büffelshörnern. Roth und weiß ist auch die Wappendecke.
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"Topographie: Beschreibung der Umgebung von Meran – Die Familie Ladurner." Der Bote für Tirol, 23. September 1822. https://digital.tessmann.it/tessmannDigital/Zeitungsarchiv/Seite/Zeitung/47/1/23.09.1822/149870/4. https://www.meran-archive.com/de/artikel/1822-09-23-topographie-beschreibung-der-umgebung-von-meran-die-familie-ladurner