Der Bote für TirolOriginalquelle ansehen

Die Hohlepfannfeuer in der Gegend von Meran

Zusammenfassung

Ein Bericht über die Entstehung der Hohlepfannfeuer bei Meran, die auf die Pestjahre 1634–1635 zurückgeführt werden. Damals dienten die Feuer den in die Berge Geflüchteten als Lebenszeichen. Im Jahr 1821 wurden die Feuer aus Sorge vor Brandgefahren nur spärlich entzündet.

Vollständige Transkription

Miszellen.

Manche ländliche Sitte, die der Uneingeweihte gedankenlos ansieht, führt den Geschichtsforscher auf nicht unbedeutende Begebenheiten. In der Gegend von Meran sieht man am ersten Fastensonntage auf den Anhöhen herum sehr viele Feuer, welche man Hohlepfannfeuer nennet. Der Volkssage nach haben sie ihren Ursprung aus den Tagen einer schrecklichen Pest, in welchen sich die noch nicht Angesteckten auf die Berge retteten, und einander durch absichtlich angezündete Feuer, Zeichen von ihrem Leben und Aufenthalt gaben. Die Pest wütete zu Meran, den dortigen Todtenbüchern zufolge, 1634 bis 1635. Ein Ferdinand von Mamming, der von der Stadt fliehen wollte, wurde von den aufgestellten Wächtern in Allgund den 31. September 1635 erschossen. 1821 waren diese Hohlepfannfeuer seltener, als andere Jahre, weil mehrere vorausgegangene Feuersbrünste eine größere Sorgfalt erheischten.

Auch in diesem Monat

  • Der Bote für Tirol1819–18295 Schlagwörter

    Versuche mit chinesischem Bergreis im Kreis Bozen im Jahre 1820

    Im Jahr 1820 wurden im Kreis Bozen Versuche zur Anpflanzung von chinesischem Bergreis durchgeführt. Während der Anbau in höher gelegenen Orten wegen ungünstiger Witterung misslang, erzielten Standorte wie Bozen, Lana, Meran, Andrian und Tramin positive Ergebnisse. Kreishauptmann Ritter von Hauer plant für das Folgejahr weitere Versuche in der Bozner Talebene.

1821 im Überblick

Das Jahr 1821 in Meran war geprägt von Berichten über die lokale Landwirtschaft, darunter der Weinbau und erfolgreiche Anbauversuche mit chinesischem Bergreis. Infrastrukturarbeiten und wasserbauliche Maßnahmen an den Flüssen standen im Fokus, begleitet von Naturereignissen wie dem Hochwasser im Mai, das die Verkehrsverbindungen störte. Ergänzt wurde das Jahr durch amtliche Auszeichnungen für Verdienste um die Landesverteidigung und die Beibehaltung traditioneller Bräuche.

Zitieren & Teilen

"Die Hohlepfannfeuer in der Gegend von Meran." Der Bote für Tirol, 5. April 1821. https://digital.tessmann.it/tessmannDigital/Zeitungsarchiv/Seite/Zeitung/47/1/05.04.1821/149717/3. https://www.meran-archive.com/de/artikel/1821-04-05-die-hohlepfannfeuer-in-der-gegend-von-meran