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Beamtennachrichten und Schützenfest zu Ehren der Kaiserjäger in Meran

Zusammenfassung

Bericht über eine Personalentscheidung am Landgericht Fondo sowie über ein festliches Preisschießen in Meran, veranstaltet von Beamtenschaft und Bürgern zu Ehren der garnisonierten 19. Kaiserjäger-Kompanie am Passerufer nahe der Zenoburg.

Vollständige Transkription

Oesterreichische Monarchie.

Tirol.

Das Gubernium hat einverständlich mit dem k. k. Appellationsgerichte die Adjunktenstelle zweiter Klasse bei dem k. k. Landgerichte zu Fondo dem Landgerichtsaktuar zu Borgo, Johann Gatterer, verliehen.

Meran, den 4. Juli. Der gestrige Tag brachte uns ein kleines, aber freundliches Fest, dessen wir um so lieber in diesen vaterländischen Blättern erwähnen, als es die heimischen alten Tugenden der Gastlichkeit und Eintracht im erfreulichsten Lichte erscheinen ließ. Die Herren Beamten des hierortigen k. k. Land- und Kriminal-Untersuchungs-Gerichtes im Vereine mit der Bürgerschaft der Stadt Meran gaben in Anerkennung des musterhaften Benehmens der hier garnisonirenden 19ten Kompagnie des tirolischen Kaiserjäger-Regiments derselben ein Scheiben-Best von 20 Prämien, jedes einzelnes zierlichst und kostbar mit Band und Blumen geschmückt. Wie gerne diese Gaben den braven Jägern gebothen, und wie freudig sie als Beweis so ehrender Gesinnung angenommen wurden, beurkundete die rege Theilnahme der Bewohner aus allen Ständen am Bestschießen selbst. Der in reizender Umgebung gelegene Schießplatz der Kompagnie war von Morgen bis spät Abends von zahlreichen Gästen besucht. Wir fanden hier, am Passerufer, im Schatten der grauen Zenoburg, in Mitte der herrlichsten Laubessfülle, eine heitere Improvisation der Schießstätte vom Berg-Isel mit allen ihren Lustbarkeiten und Parkanlagen. Unter geschmückten Zelten labte man sich bei der Schwüle des Tages, Ehrenbogen begrüßten die Besucher, Fahnen wehten allenthalben, Pöller krachten, fröhliche Menschen jubelten im fröhlichen Grün. Am Abende erschien die städtische Musikbande, um die Preisevertheilung mit Sang und Klang noch festlicher zu machen. Die wackern Schützen empfingen sodann aus hohen und aus schönen Händen ihre Siegeszeichen und zogen darauf, die bürgerliche Musik an der Spitze, gefolgt von jubelnden Schaulustigen, in die Stadt. Dort spielte die Bande noch längere Zeit vor der Kaserne der Kompagnie, welche Artigkeit die Mannschaft mit dem herzlichsten Lebehoch erwiederte, und so hat mit wenigem Gerngebothenen und freundlich Empfangenen das freundliche Einvernehmen der hiesigen Einwohnerschaft und der landsmännischen Truppe in jeder Beziehung gewonnen.

1845 im Überblick

Das Jahr 1845 war in Meran von lokalen Ereignissen, der dauerhaften Verbindung des Hauses Habsburg mit der Region und frühen verkehrspolitischen Visionen geprägt. Während ein glimpflich verlaufender Brand im Januar die Hilfsbereitschaft zeigte, sorgte im März die Ernennung von Erzherzog Johanns Sohn zum Grafen von Meran und der Erwerb von Schloss Schenna für große Freude. Zudem zeugten Pläne für eine transalpine Eisenbahnverbindung von Verona nach Bregenz über Meran von den entstehenden wirtschaftlichen Ambitionen der Epoche.

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"Beamtennachrichten und Schützenfest zu Ehren der Kaiserjäger in Meran." Der Bote für Tirol, 14. Juli 1845. https://digital.tessmann.it/tessmannDigital/Zeitungsarchiv/Seite/Zeitung/47/1/14.07.1845/152250/1. https://www.meran-archive.com/de/artikel/1845-07-14-beamtennachrichten-und-schuetzenfest-zu-ehren-der-kaiserjaeger-in-meran