Ausschreibung zur Umlegung der Poststraße von Meran zur Töll
Das k. k. Landes-Gubernium schreibt die Verlegung der Poststraße zwischen dem Vintschgauer Tor in Meran und der Töll in zwei Bauabschnitten öffentlich aus. Die Gesamtkosten sind auf über 82.000 Gulden veranschlagt, einschließlich einer neuen Holzbrücke bei Forst. Qualifizierte Bauunternehmer können ihre versiegelten Angebote bis Ende Dezember 1843 einreichen.
Vollständige Transkription
Amts-Blatt
zum k. k. privilegirten
Bothen von und für Tirol und Vorarlberg.
Kundmachung.
Die h. vereinte Hofkanzlei hat mit Dekret vom 17. August l. J., Z. 12399, die Umlegung der Poststraße vom Vintschgauer Thore in Meran bis zur sogenannten Römerbrücke über die Etsch auf der Thöll genehmiget.
Dieser Bau wird in zwei Sektionen abgetheilt; die erste, mit einer Länge von 1549 Klaftern, begreift in sich die Strecke von der sogenannten Römerbrücke bis zum Etschübergange bei Forst, einschließlich der daselbst zu erbauenden hölzernen Bogenbrücke; die zweite umfaßt die übrige Strecke von diesem Punkte bis zum Vintschgauer Thor in Meran, mit einer Länge von 1551 Klaftern.
Die Kosten über Abzug der Grund-Entschädigungsbeträge sind für die erste Sektion auf 58648 fl. 21 kr., und für die zweite Sektion auf 24032 fl. 41 kr.; somit im Ganzen auf 82681 fl. 2 kr. C. M. festgesetzt.
Der Bau der ersten Sektion kann sogleich nach erfolgter Genehmigung des Versteigerungsaktes beginnen; er muß aber spätestens mit dem Eintritte des Frühjahres 1844 in Angriff genommen und so betrieben werden, daß das Fuhrwerk längstens bis zum 1. November 1845 darauf mit voller Sicherheit eingeleitet werden kann. Die Kollaudation geschieht im Mai 1846.
Der Bau der zweiten Sektion kann erst im Herbste 1844 nach eingebrachter Frucht beginnen; er muß aber im Frühjahre 1845 beginnen, und wie jener der ersten Sektion vollendet werden.
Die Versteigerung geschieht nur im Offertswege, weßwegen Unternehmungslustige, welche bereits praktische Beweise von ihrer Kenntniß und Erfahrung im Straßenbaue gegeben haben, hiemit aufgefordert werden, die Baupläne und Vorausmaße, die Baubeschreibung, die allgemeinen und speziellen Baubedingnisse bei der hiesigen Provinzial-Baudirektion einzusehen, und sonach ihre Anbothe schriftlich und versiegelt längstens bis Ende Dezember l. J. dieser Landesstelle zu übergeben.
Diese Offerte können sich auf eine einzelne, oder auf beide Sektionen erstrecken; sie müssen nach dem beigesetzten Formulare abgefaßt seyn, und die ausdrückliche Erklärung enthalten, daß der Offerent sich vollständig den festgesetzten Bauvorschriften und Baubedingnissen unterwerfe, und daß er davon vollkommen unterrichtet sey.
Zugleich mit diesem geschlossenen Offerte muß auch ein Angeld von 500 fl. C. M. W. W. entweder im baren Gelde, oder in verzinslichen Staatsobligationen, welche entweder auf den Ueberbringer lauten, oder auf den Offerenten cedirt worden sind, übergeben werden, welcher Betrag nach erfolgter kommissioneller Eröffnung der eingelangten Offerte am 2. Jänner 1844 vom Bestbiether auf Rechnung der zu stellenden 10prozentigen Kaution zurück behalten, jedem der übrigen Offerenten aber zurück gestellt werden wird.
Innsbruck, den 10. Nov. 1843.
Vom k. k. Landes-Gubernium für Tirol und Vorarlberg.
Klemens Graf und Herr zu Brandis, Gouverneur.
Robert Freiherr v. Benz, k. k. Vice-Präsident.
Joseph Theodor Ritter v. Kern, k. k. Gub.-Rath.
Formulare:
Offert.
Ich Endesgefertigter erkläre mit Rücksicht auf die Gubernial-Kundmachung ddo. Innsbruck am 10. November 1843, Z. 26803, den Bau der . . Sektion der Straße von . . . bis . . um den Betrag von . . fl. . . kr. mit Worten . . Gulden . . Kreuzer C. M. W. W. nach den festgesetzten Bauvorschriften und Bedingungen, welchen ich mich hiemit vollständig unterziehe, und von denen ich vollkommen unterrichtet bin, zur Ausführung zu übernehmen, und übergebe gleichzeitig den Betrag von 500 fl. C. M. W. W. in (barem Gelde oder in . . Obligationen Nr. . . ) als Angeld nach §. 908 des a. b. G. B.
Datum . . .
Unterschrift des Offerenten mit
genauer Angabe seines Domizils.
Von Außen.
Offert für die Thöllstraße mit dem Angelde von 500 fl. C. M. W. W.
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"Ausschreibung zur Umlegung der Poststraße von Meran zur Töll." Der Bote für Tirol, 23. November 1843. https://digital.tessmann.it/tessmannDigital/Zeitungsarchiv/Seite/Zeitung/47/1/23.11.1843/152079/7. https://www.meran-archive.com/de/artikel/1843-11-23-ausschreibung-zur-umlegung-der-poststrasse-von-meran-zur-toell