Ernteaussichten und Feldfruchtertrag im südlichen Tirol
Ein Bericht aus Bozen schildert den Zustand der Ernte im südlichen Tirol im Spätsommer 1828. Während Wein, Nüsse, Feigen und Kastanien von hervorragender Güte sind, litten Mais und Getreide unter Hitze und Hagel. Befürchtungen einer allgemeinen Verknappung oder Spekulationen werden jedoch zurückgewiesen.
Vollständige Transkription
Botzen, den 3. Sept. Die Feldfrüchte im südlichen Tirol stehen dermalen in einer vielversprechenden Schönheit und Güte. Besonders aber gilt dieses vom Weine und einigen Obstgattungen, vorzüglich Nüsse, Kastanien, Feigen u. d. gl.; Aepfel und Birnen sind jedoch sehr wenig gerathen. Dem Mais (türkisch Korn) hat, so wie den übrigen Getreidarten die sehr große Sommerhitze, und an manchen Orten der Hagel, geschadet. Indeß darf man darum keinen Mangel befürchten, wie es der Wucher wohl gerne sähe. Daß vom nördlichen Tirol einige Wägen türkisch Korn nach Süden geführt werden, beweist nur, daß der italienische Bauer sich seiner Polenta nicht entschlagen kann, und daß darauf einige Spekulanten bei dem Umstande der dieses Jahr minder ergiebigen Erndte des Mais im südlichen Tirol eine vielleicht zu voreilige Rechnung machten.
1828 im Überblick
Das Jahr 1828 war in Merano durch lokale Rechts- und Verwaltungsangelegenheiten wie Konkursverfahren und Gerichtstage sowie durch karitative Initiativen geprägt. Im Spätjahr zeigte sich die agrarische Situation in Südtirol differenziert: Während Wein und Baumfrüchte eine hervorragende Ernte brachten, litten Getreide und Mais unter Witterungsschäden, ohne dass es jedoch zu einer Lebensmittelverknappung kam. →
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"Ernteaussichten und Feldfruchtertrag im südlichen Tirol." Der Bote für Tirol, 15. September 1828. https://digital.tessmann.it/tessmannDigital/Zeitungsarchiv/Seite/Zeitung/47/1/15.09.1828/150494/1. https://www.meran-archive.com/de/artikel/1828-09-15-ernteaussichten-und-feldfruchtertrag-im-suedlichen-tirol