Einige Pfarrer auf Tirol (Schluss)
Abschluss der historischen Abhandlung über die Pfarrer von Tirol mit den Biografien der Fürstbischöfe Joseph von Mohr und Johann von Flugi dem Jüngeren. Beschrieben werden deren kirchenrechtliche Verträge, die Seelsorge in Meran sowie der Erwerb und Ausbau von Schloss Knillenberg in Mais.
Vollständige Transkription
Anhang.
Einige Pfarrer auf Tirol. 3/3
(Beschluß.)
Flugi´s Nachfolger, wie auf dem bischöflichen Stuhle, so auch auf der Pfarre Tirol, wurde Joseph v. Mohr 1) von Zernetz im Engadin. Auch er war ehedem Pfarrer in Feldkirch, 2) 1610 Domkustos, und bei seiner Wahl Domscholastikus zu Chur. In einer Urkunde, welche die Aufschrift hat: „Pactation zwischen Ir Frl. Gn. Herrn F. Bischofen zu Cur (Joseph) Aines, und Herrn Johann Flugio Andern Thails, die Frl. Prelatur und Pfarr Tyrol betreffende. — Beschehen an Meran den 20. Tag Monats Nouembris im 1627. Jar“ — bekennt dessen Kommissär, Kaspar Probst, daß der neu erwählte Fürstbischof Joseph „auf Ableben des Fürstbischofes von Chur und Pfarrers zu Tyrol und an Meran von der fürstlichen Durchleichtigkeit Erzherzog Leopoldi zu Osterreich unserm gnedigisten Herrn und Regierenden Landtsfürsten, als rechten Colatoren auf dero Anlangen und piten“ erhalten habe. In dieser Uebereinkunft werden dem besagten Herrn Johann Flugi alle Bezüge der „Pfarr und Prelatur“ Tirol übergeben; er dagegen verbindlich gemacht, die Seelsorge mit allen ihren Pflichten getreu zu versehen, und alle Leistungen zu entrichten; „darzue allen Kirchendienern, Als Priesterschaft, Schuell- und Junkhmeistern, 3) Organisten, Astanden, Mößner und Andern, was man Inen ze geben, und ze raichen schuldig,“ zu geben. — Fürstbischof Joseph starb, von der herrschenden Pest ergriffen, schon den 6. August 1635.
Der eben genannte Johann v. Flugi von und zu Aspermont, der jüngere, ein Bruderssohn des obbelobten Fürstbischofs Johann, war 1595 geboren. Er war Doktor der Theologie und der Rechte, Domherr zu Chur, und schon unter seinem Onkel, kaum 28 Jahre alt, 1623 Verwalter der Pfarre Tirol, 4) auch bischöflicher Vikar im Vinstgau. 5) In der Folge wurde er Dompropst zu Chur und päpstlicher Kämmerer, endlich den 1. Hornung 1636 Fürstbischof. Die bischöfliche Salbung empfieng er vom päpstlichen Nuntius in der Schweiz im Kloster Muri am hl Christabend des nämlichen Jahres. Rastlos arbeitete er für das Wohl der ihm anvertrauten Kirche. Seiner von den Glaubensneuerern in Graubünden gefährdeten Familie eine sichere Zufluchtsstätte in Tirol zu verschaffen, kaufte er von den Brüdern des Johann Ekhard v. Rosenberg 1641 das Schloss Knillenberg zu Mais nächst Meran. 6) Er erweiterte dasselbe durch den Anbau zweier neuen Thürme. Oft verweilte er daselbst. Er endete
den 24. Jänner 1661.
1) Gabriel Mohr v. Lichtenegg und Franz Dismas Graf v. Mohr v. Dornsberg, beide Domherren von Chur, waren Pfarrer von Tirol und Meran, jener von 1633–1642, dieser von 1776–1795.
2) Bothe v. u. f. Tirol rc. 1827. Nr. 57. fol. 228.
3) Schullehrer mit Gehülfen waren damals wohl noch nicht allenthalben.
4) Res gesta Congregationis B. V. M. erectae Merani A. D. 1623. Ms.
5) Gemäß der vorangeführten Urkunden vom Jahre 1627.
6) Die Freiherren v. Flugi hatten diesen Edelsitz einst mit vielen dazu gehörigen Besitzungen inne, und schrieben sich auch davon bis zum Absterben ihres letzten männlichen Zweiges 1776. Schon noch bei dessen Lebzeiten war aller Glanz der einstmaligen Flugischen Größe entschwunden.
Auch in diesem Monat
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Einige Pfarrer auf Tirol (Fortsetzung)
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- Der Bote für Tirol1819–18295 Schlagwörter
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"Einige Pfarrer auf Tirol (Schluss)." Der Bote für Tirol, 20. Dezember 1827. https://digital.tessmann.it/tessmannDigital/Zeitungsarchiv/Seite/Zeitung/47/1/20.12.1827/150417/4. https://www.meran-archive.com/de/artikel/1827-12-20-einige-pfarrer-auf-tirol-schluss