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Die Besitzer des Schlosses Katzenstein (Beschluss)

Zusammenfassung

Der abschließende Teil der historischen Abhandlung über Schloss Katzenstein schildert den Erwerb des Anwesens im Jahr 1774 durch Freiherrn Johann Joseph von Priami und seine Gemahlin Elisabeth von Waid. Neben genealogischen Details und einer Beschreibung des Familienwappens sowie der Grabinschrift wird das wohltätige Wirken des Paares gewürdigt, bevor das Schloss nach deren Tod über Joseph Wenter 1817 in bäuerlichen Besitz überging.

Vollständige Transkription

Anhang.

Geschichte.

Die Besitzer des Schlosses Katzenstein. 3/3

(Beschluß)

Von den Telserischen oder Delserischen Descendenten brachten dieses Schloß der Freiherr Johann Joseph von Priami und seine Gemahlin Elisabeth, geborne von Waid zum Rößl, am 4. August 1774 um 6000 fl. käuflich an sich, und blieben in dessen Besitze, obgleich Leopold Anton von Braitenberg das Einlösungsrecht als nächster Anverwandter geltend machen wollte. *)

Die Freiherren von Priami, die aus Italien oder dem Veltlin gekommen waren, hatten sich um das Jahr 1670 auf dem Schlosse Rottenstein in Obermais niedergelassen. Hypolitus, ein Sohn des Johann Baptist Freiherrn von Priami, vermählt mit Barbara Freyin von Maming, war der Vater des 1675 den 3. Juni in Obermais gebornen Joseph Anton, der mit Maria Katharina von Pallaus den Johann Joseph Anton (geboren den 30. Juli 1701) und dieser mit Maria Anna von Sprinzenberg den Johann Joseph (geboren den 27. Mai 1738) erzeugte, der bald durch den Tod seines edeln Vaters (gestorben den 8. September 1745) verwaiset wurde. Die schöne Aufschrift auf dem Grabsteine spricht seinen wahrhaft edeln Charakter aus:

STA VIATOR ET LEGE:

HIC JACET ALTER PRIAMUS,

VIR, QUI STETIT PRO SUIS, PAUPERIBUS

ET EMOLUMENTO COMMUNITATIS:

NEMPE

JOAN. JOS. ANT. L. B. PRIAMI A

ROFFERAT, LYSNA, ET WISTRIZ, QUI

PIE OBIIT A. 1745 DIE 8. SEPT.

DIC PATER ET AVE.

Das oberhalb dieser Grabschrift befindliche Wappen ist ein gevierthellter Schild, über dem die Freiherren-Krone ruht. Im obern rechten und im untern linken Felde ist der doppelte Adler ohne Herzschild, in den entgegengesetzten ein aufrecht schreitender halber Löwe, einen Zweig mit drei Blättern haltend; im linken Felde darunter, im rechten Felde darüber eine Binde, in jener drei Rosen, in dieser drei Sterne oder sternförmige Blumen.

Nach dem Tode ihres ersten Gemahls verehelichte sich die Gräfin Mutter des jungen Johann Joseph am 10. Juli 1748 mit dessen Vetter Johann Ulrich, einem Sohne Alberts, Bruders des Hypolitus Freiherrn von Priami, der seinen Wohnsitz zu Marling, einem Pfarrdorfe jenseits der Etsch, Mais gegenüber, aufschlug.

Johann Joseph Freiherr von Priami lebte seit 2. Oktober 1764 in einer glücklichen, doch kinderlosen Ehe, mit Elisabeth, einer gebornen von Waid, einem edeln, nun erloschenen Geschlechte, das seinen Edelsitz, von dem es sich schrieb, zum Rößl in Riffian hatte. Johann Joseph starb 1805 zu Meran, und schloß die Reihe seiner Ahnen. Ihm folgte seine Wittwe im Jahre 1811 in´s Land der Vereinigung. Das Andenken dieses würdigen Ehepaares verewigen außer den Segenswünschen der von ihm mit seltener Freigebigkeit unterstützten Armen, die, so wie Kirchen, besonders das Augenmerk ihrer Wohlthätigkeit waren, zwei von Johann Joseph gestiftete Jahressmessen, und das auf einem 1806 erneuerten Seitenaltare in der Maria-Trost-Kirche angebrachte Waid´sche Wappen, das ganz dem Goldegg´schen, im Ehrenkränzl auf der Kupfertafel zur Seite 124 abgedruckten Wappen gleicht, und auf dem zwei unverzierte Helme mit einem dazwischen befindlichen ausgespannten Fittige zu sehen sind.

Dem letzten Willen der freiherrlichen Wittwe zufolge fiel Katzenstein ihrem Schwestersohne Joseph Wenter auf Rosenstein zu, der es 1817 dem Bauersmanne Johann Gögele verkaufte.

*) Aus einer Verhandlung: „Actum Ansitz Rundegg in Obermais vor Sr. H. Gr. Gnaden Herrn Paris Grafen v. Wolkenstein, Landshauptmannschaftsverwalter; zugegen Titl. Hr. Thomas Joseph v. Prenner, Kommissions-Schreiber, 27. Juli 1775.“

Auch in diesem Monat

  • Der Bote für Tirol1819–18294 Schlagwörter

    Die Besitzer des Schlosses Katzenstein

    Der zweite Teil der historischen Abhandlung zeichnet die Besitzfolge von Schloss Katzenstein bei Meran vom 15. bis ins 18. Jahrhundert nach. Beleuchtet werden die Adelsfamilien Aur, Jäger, Katzenbök und Pögl sowie deren Wappen, Urkunden und Erbteilungen.

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"Die Besitzer des Schlosses Katzenstein (Beschluss)." Der Bote für Tirol, 11. Januar 1827. https://digital.tessmann.it/tessmannDigital/Zeitungsarchiv/Seite/Zeitung/47/1/11.01.1827/150319/4. https://www.meran-archive.com/de/artikel/1827-01-11-die-besitzer-des-schlosses-katzenstein-beschluss