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Die Besitzer des Schlosses Katzenstein

Zusammenfassung

Der zweite Teil der historischen Abhandlung zeichnet die Besitzfolge von Schloss Katzenstein bei Meran vom 15. bis ins 18. Jahrhundert nach. Beleuchtet werden die Adelsfamilien Aur, Jäger, Katzenbök und Pögl sowie deren Wappen, Urkunden und Erbteilungen.

Vollständige Transkription

Anhang.

Geschichte.

Die Besitzer des Schlosses Katzenstein. 2/3

(Fortsetzung)

Hans wurde Herr auf Katzenstein. Er verkaufte den ihm bei der Theilung des väterlichen Erbes 1462 mit Genehmigung oder auf Befehl des Erzherzogs Sigmund von Heinrich überlassenen Hof auf dem Berge Labers, der noch jetzt beim Egger heißt, an Friedrich Peter Amort, Bürger von Meran, und seine Ehewirthin Maria, deren Familie, so viel bekannt, erst in der Person des am 7. Juli 1799 zu Passeier verstorbenen Konventualen von Stams, P. Jeremias Amort, erlosch.

Das der pergamentenen, zweifach ausgefertigten, und für ihr Alter hübsch geschriebenen Urkunde angehängte Siegel ist ganz rund, auf schwarzbraunem Wachs, das von weißem Wachs umfangen, und in selbes eingesenkt ist. Auf dem Schilde sieht man eine Stiege von vier aufwärts immer kleinern Stufen, und auf dem Ritterhelme ein längliches Viereck (wahrscheinlich ein Kissen mit an den Ecken herab hangenden Quasten) und in selbem, wie im Schilde, die Stiege. Die gothische Umschrift lautet: „S. Hans von Aur.“ Den nämlichen Wappenschild sieht man an einem alten auf Fresko gemahlten Epitaphium Einer von Aur am Eingange in die Pfarrkirche zum heil. Vigilius zu Mais. Das Feld ist roth, die Stiege oder Staffelei weiß. 1) Nach Brandis (a. a. O. S. 177. Nr. 126) erhielt im Jahre 1517 Ulrich Jäger (ob als Vasall, oder als Grundhold, ist ungewiß) vom Kaiser Maximilian I. den Katzenstein. 2)

Jörg Kanz zu Katzenstein erscheint unter den Maiser Edeln in einem von denselben dem Pfarrer Simon Gaßler „am 20. Tag Marci Ao. D. der wenigeren Zahl im 36ten“ (1536) ausgestellten Zeugnisse.

Nach Brandis (a. a. O.) erbat sich 1580 Michael Katzenbök Katzenstein vom Erzherzog Ferdinand zu Lehen. Allein nach einer Urkunde d. d. (Datum dato / gegeben am) Innsbruck den 24. Oktober 1580 übergab der Erzherzog Ferdinand dem Michael Katzenbök von Dürnstein den adelichen Insitz Katzenstein, den er bisher um 4000 fl. (Gulden) zum Pfand hatte, zum freien Eigenthum.

In einer Zehentausschreibung vom Jahre 1602 wurde das Schloß Katzenstein sammt Lehen als eine Inhabung des Abraham Katzbök aufgeführt. Nach der Landesmatrikel hatten die Katzenbök das Prädikat von Katzenstein. Susanna Maria, wahrscheinlich die Letzte dieses Namens und Stammes, verehelichte sich mit dem Edeln Hans Pögl von Türnstein, 3) landesfürstlichen Kellerherrn von Meran, und brachte ihm als Mitgift Katzenstein zu. In einem Eckzimmer dieser Burg Katzenstein, von dem aus man einen herrlichen Prospekt in das romantische Gelände von Meran genießt, sieht man in der Mitte des hölzernen Oberbodens das Pögl- und Katzenbökische Wappen. Das Pöglische ist ein geviertheilter Schild mit vier einfachen Feldern, das rechte oben und das linke unten aschenfarb (Silber), die entgegen stehenden roth, in der Mitte eine horizontale aschgraue (silberne) Binde, und auf derselben ein gelber Pfeilbogen, auf dem offenen Helme ein roth gekleideter halber Mohr, in der einen Hand einen Pfeil, in der andern einen Bogen haltend; die Farben der Helmdecke stimmen mit den Feldern überein; sie sind nämlich weiß oder Silber, und roth. Das Katzenbökische Wappen ist eine auf einem grünen Hügel aufrecht stehende Katze, ganz schwarz, mehr einem Hunde ähnlich, mit einem gelben Halsbande und mit aufgedrehtem langem Schwanze im gelben Felde; auf dem Helme das nämliche Thier, die Helmdecke schwarz und gelb. Die Ueberschrift heißt: „BETRUCHTS 1635.“ Die Unterschrift: „Hans Pögle zu Katzenstein und Türnstein, für: Durchlaucht Erzherzogin Claudia zu Oesterreich Rath und Keller zu Tirol.“ — „Susanna Maria Pöglin geborne Katzböckhin von Katzenstein zu Türnstein und Oberhausen.“

Im Vorsaale hängt noch dieses Hans Pögls Brustbild: ein hübscher, aber ungemein großer, dickbeleibter Mann, im schwarzen Staatskleide, mit einer goldenen Kette um den Hals, und dem an einer goldenen Schärpe, die von der rechten Schulter über die Brust geht, hangenden Schwerte.

Die oben beschriebenen Wappen sind auch in der im zweiten Stocke des alten Schloßthurmes befindlichen Kapelle, in welcher der Generalvikar Franz v. Albertis von Trient durch Verleihung vom letzten Juni 1644 täglich eine h. Messe zu lesen erlaubte, zu sehen.

Nach dem Steuerkataster der Gemeinde Mais (in der Randanmerkung zu den Nummern 3194 bis 3196) scheint es, daß dieser mit Susanna Maria von Katzenbök verehelichte Johann Pögl die zwölf Jahrmessen in dieser Kapelle gestiftet habe. Im Trauungsbuche zu Mais erscheint dieser nämliche Johann Pögl im Jahre 1635 mit Perzephal Freiherrn von Annenberg und Johann Karl von Hochenbalken, Pfarrer in Glurns, als Zeuge einer in diesem Jahre zu Mais geschlossenen ehelichen Verbindung. Im Jahre 1637 übergab ihm der Abt von Stams, Paulus Gay, einen Zins aus dem Bachlerhofe bei Katzenstein, vier Yhren Wein mit so viel Pfund Silbermünze, für einen gleichviel betragenden Zins in Mals. 4) Im Jahre 1655 verehelichte sich Johann Christoph Pögl, wahrscheinlich ein Sohn des vorigen, mit der Tochter des Nikolaus von Knillenberg zu Reichenbach, Anna Maria, im Beiseyn der Zeugen Franz von Trautmansdorf, Franz von Waidmann und Engelbert von Zötl. Dieser nämliche Johann Christoph Pögl wohnte am 2. März 1696 als Kirchen-Deputirter von Mais der von Johann Kaiser für die Pfarrkirchen gelegten Rechnung zu Untermais bei.

Im Jahre 1739 starb auf seinem Schlosse Katzenstein der Priester Leopold Pögl, Benefiziat zu den heil. drei Königen in Burgstall. Zufolge der am 27. Jänner 1740 zu Meran über seinen Rücklaß gepflogenen Abhandlung hatte er in seinem Testamente mit Ausschließung aller übrigen allfälligen Pögl- und Katzenbökischen Verwandten die drei Töchter des Jakob Pögl, gewesenen Hofkammer-Sekretärs in Innsbruck, nämlich Maria Ursula, mit Johann Baptist Braitenberger, Pfleger zu Hörtenberg; Maria Anna, mit dem o. ö. Vice-Fiskal Anton Telser, und Maria Barbara, mit Johann Paul Meitinger verehelicht, oder vielmehr, da diese Maria Barbara bereits verstorben war, ihre Kinder zu Erben seines Nachlasses eingesetzt. In der Erbtheilung erhielt die Tochter Maria Anna, verehelichte Telser, Katzenstein zu ihrem Antheile.

(Beschluß folgt.)

1) Im Ehrenkranzl auf der Kupfertafel zum II. Theil S. 36 Nr. 6 sind also die Farben vom Aur´schen Wappen irrig angegeben.

2) Daß die Jäger wirklich Herren von Katzenstein waren, beweiset eine noch vorfindige Urkunde vom Jahre 1532, worin Klara von Waltingen, Martin Jägers von Matrai Gemahlin, dem Jörg Salomon in Freiberg die Baurechte des auf Katzenstein zinsbaren Bachlergutes verleiht.

3) Einem Schlosse nächst St. Peter bei Tirol, von welchem nach einer andern Urkunde die Katzenbök ihren Namen führten.

4) Annal. Stams. Cap. XLI. §. 16. und nach einer noch in Meran aufbewahrten Urkunde.

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"Die Besitzer des Schlosses Katzenstein." Der Bote für Tirol, 8. Januar 1827. https://digital.tessmann.it/tessmannDigital/Zeitungsarchiv/Seite/Zeitung/47/1/08.01.1827/150318/4. https://www.meran-archive.com/de/artikel/1827-01-08-die-besitzer-des-schlosses-katzenstein