Bergsturz auf einen Bauernhof in Guntschna bei Gries
Am 24. Dezember 1821 ereignete sich in Guntschna bei Gries ein schwerer Bergsturz, bei dem eine Wiese samt Felsmassen auf ein Bauernhaus stürzte. Während der Familienvater und zwei Kinder gerettet werden konnten, wurde die Mutter unter den Trümmern begraben. Trotz sofort eingeleiteter Rettungsmaßnahmen unter der Leitung von Kreishauptmann Ritter von Hauer blieb die Frau vermisst.
Vollständige Transkription
Botzen, den 24. Dez. Heute früh zwischen 6 und 7 Uhr ereignete sich auf einem Bauernhofe zu Guntschna bei Gries, nächst Botzen, ein in dieser Gegend noch unerhörter Unglücksfall. Eine ober besagtem Bauernhofe gelegene beträchtliche Wiese, durch das kürzlich eingetretene Schnee- und Regenwetter losgemacht, stürzte sich plötzlich, die größten Felsenstücke mitreißend, unaufhaltsam auf das Haus desselben herab, und zertrümmerte dessen ganzen hinteren Theil bis auf den Grund. - Der Familienvater nebst seinen zwei kleinen Kindern retteten sich mit großer Anstrengung und Geistesgegenwart von der augenscheinlichen Todesgefahr. Sein braves wirtschaftliches Weib wurde während des Beheitzens der Stube durch obige fürchterliche Lavine dergestalt bedeckt, daß viele Arbeiter im Beiseyn des Titl. Herr k. k. Gubernialraths und Kreishauptmanns Ritter von Hauer, welcher sogleich die zweckmäßigsten Anstalten zu ihrer Rettung traf, trotz der äußersten Anstrengung von selber noch nicht die geringste Spur ausfindig machen konnten. Es drohen dem Anscheine nach noch mehrere Felsen herabzustürzen.
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"Bergsturz auf einen Bauernhof in Guntschna bei Gries." Der Bote für Tirol, 27. Dezember 1821. https://digital.tessmann.it/tessmannDigital/Zeitungsarchiv/Seite/Zeitung/47/1/27.12.1821/149793/1. https://www.meran-archive.com/de/artikel/1821-12-27-bergsturz-auf-einen-bauernhof-in-guntschna-bei-gries