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Bauvorhaben in Bozen und Straßenbeleuchtung in Meran

Zusammenfassung

Ein Bericht über anstehende Bauprojekte in Bozen, darunter der künftige Bahnhof, der Spitalneubau und mehrere Kasernen. Eine satirische Korrespondenz aus Meran schildert die mangelhafte Straßenbeleuchtung durch erlöschende Öllampen.

Vollständige Transkription

Tagesbericht.

Bozen, 28. März. Bei der letzthin statt gehabten Zusammenkunft mit dem k. k. Hrn. Bauinspektor Erizzo hat sich das erfreuliche Resultat ergeben, daß der hiesige Bahnhof zur projectirten Eisenbahn ganz nahe an die Stadt gelegt werden kann, so daß dessen unmittelbare Verbindung mit der Weintraubegasse, so wie mit dem Johannplatze in Aussicht steht. Bei diesem Anlasse wurde auch das Projekt unsers Spitalneubaues besprochen, welches sich des besondern Schutzes unsers verehrten Hrn. Kreispräsidenten Grafen v. Fünfkirchen erfreut. Wie wir vernehmen wird von den Hrn. Technikern an dem durch die neuewählte Lokalität modifizierten Plane thätig gearbeitet, wobei noch einige Hindernisse zu beseitigen sein dürften, welche sich wegen den auf dem Grunde lastenden Durchfahrtsrechten ergeben. Es ist deßwegen, und wegen den Schwierigkeiten der Wasser-Auskehrung nicht ganz ausgemacht, ob es nicht besser gewesen wäre von der Wahl des Bauplatzes auch noch das drittemal abzugehen, und nach dem Vorschlage des Bau-Comittés die Stelle unterhalb der Ziegel-Gasse zu wählen, wobei jedenfalls an den Ankaufskosten des Baugrundes eine namhafte Ersparung gemacht worden wäre. Sehr viele sind auch der Meinung, daß es am besten und vortheilhaftesten gewesen wäre, ohne einen neuen kostspieligen Grund anzukaufen dem Bedürfnisse der Vergrößerung durch einen Flügelbau am alten Spitale abzuhelfen, wozu unläugbar Raum genug vorhanden ist. Jedenfalls verdient wohl auch dieses Projekt in reifliche Ueberlegung gezogen zu werden, nachdem wie man hört, zu dessen Unterstützung eine bedeutende Subscription zu Stande gebracht werden soll.

Auf alle Fälle haben wir nun viele, und wichtige Bauten in Aussicht. Nebst dem Spitale wird an einem großen Plane zum Umbau der nun der Stadt gehörigen Dominikanerkaserne gearbeitet, deren Aufnahmsfähigkeit auf 12-18 hundert Mann gebracht werden soll. Die Vergrößerung des hiesigen Hauptschießstandes durch einen zweckmäßigen Anbau ist in der Ausführung begriffen, und für unser Obergymnasium liegen die Baupläne vor, deren Ausführung ebenfalls beschlossen werden muß, wenn uns nicht die Hoffnung selbes zu erhalten verloren gehen soll. Zur Erbauung der neuen Gendarmerie-Kaserne sind die Pläne hohen Ortes vorgelegt, und die Herstellung einer Trivial-Schule, wozu auch die Fonds vorhanden sind, ist dringendes Bedürfniß. Hiezu noch die uns schon lange versprochenen Trottoirs und der neue Bahnhof mit den von ihm abhängenden weitläufigen Bauwerken woran unsere Baumeister wohl einige Jahre Beschäftigung finden dürften.

Meran, 22. März. Wenn ein Jünger des Herrn in jetzigen Tagen zwischen 9 und 10 Uhr Abends in die gute Stadt Meran käme, würde er sich nicht enthalten können bei sich zu denken: „Hier müssen die sieben thörichten Jungfrauen entweder Laternanzünder oder Oellieferanten sein.“ Denn er träfe lauter Ampeln ohne Oel. Es ergreift einen ein eigenes wehmüthiges Gefühl, wenn man um obgedachte Zeit durch die Straßen der Stadt wandert und das Ringen der Lampen zwischen Tod und Leben, ihre letzten Zuckungen in Agonie beobachtet; wenn man ihnen ansieht, wie sie mit Schillers Louise seufzen: „So jung noch und muß ich jetzt schon dahin?!“ Ich glaube Lewald sagt irgendwo, daß die Bewohner Merans vielen musikalischen Sinn beurkunden; es scheint daß dieser Sinn auch auf die Stadtlampen übergegangen ist, da man Abends durch die Straßen wandelnd zwar nicht hört, aber doch sieht, wie benamste Lampen ganz gemüthlich die Haydn´sche Abschiedssymphonie aufführen. Einige Leute meinten zwar, es müsse sich das milde Klima von Meran gar sehr geändert haben, weil das Oel jetzt beim Beginne des Frühlings noch in den Lampen gefriert; allein, wie man hört, glaubt das selbst der Oellieferant nicht. Nein, nein! Er meint vielmehr, es sei so besser, und er wolle auch dazu beitragen, daß man in Meran an dem Grundsatze jenes alten Magistrates festhalte. „Was ordentliche Leute sind, gehen ohnehin frühzeitig nach Hause, und so lose Nachtvögel brauchen kein Licht und es schadet ihnen nicht, wenn sie sich ein wenig die Köpfe zerstoßen.“ J. Z. *)

*) Könnte das nicht auch für Bozen geschrieben sein? A. d. R.

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"Bauvorhaben in Bozen und Straßenbeleuchtung in Meran." Bozner Zeitung, 31. März 1852. https://digital.tessmann.it/tessmannDigital/Zeitungsarchiv/Seite/Zeitung/2/1/31.03.1852/20195/1. https://www.meran-archive.com/de/artikel/1852-03-31-bauvorhaben-in-bozen-und-strassenbeleuchtung-in-meran