Hinrichtung dreier Mörder in Meran wegen Auftragsmordes
Bericht über die bevorstehende Hinrichtung dreier Männer in Meran wegen eines gemeinschaftlich geplanten und ausgeführten Gattenmordes am Gruberhof in Völlan. Der Hofbesitzer Johann Neuhauser, sein Knecht und ein gedungener Mörder brachten die siebenfache Mutter Maria Malayer nach mehreren gescheiterten Versuchen gewaltsam um.
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Tagsneuigkeiten.
Innsbruck, 15. Okt. Heute wird in Meran die Hinrichtung dreier wegen des Verbrechens des vollbrachten bestellten Mordes zum Tode durch den Strang verurtheilter Individuen Statt finden. — Es sind dies J. Neuhauser, Gruberhofsbesitzer zu Völlan, dessen Knecht Mathias Weger und ein gewisser Jakob Frey, Obermayerknecht in Narraun.
Die Ermordete war die Gattin des Neuhauser Maria Malayer, ein braves Weib, Mutter von 7 Kindern, von denen das älteste 12, das jüngste 1 Jahr alt ist. — Ihr Gatte Johann Neuhauser führte von jeher ein wüstes Leben, stand auch in einem unsittlichen Verhältnisse mit einer ledigen Bauerndirne von St. Walburg in Ulten, Namens Anna Holzner. Der Wunsch diese zu ehelichen erweckte in ihm den Gedanken sein Weib zu morden, worüber er sich mit seinem Knechte Math. Weger, der gegen die Bäurin seit längerer Zeit einen tiefen Haß gefaßt hatte, verständigte. Drei Vergiftungsversuche, die an der Armen gemacht wurden, scheiterten. Endlich faßte der Knecht im Einverständniß mit seinem Herrn den Entschluß, weil es mit dem Vergiften nicht gehe, die Bäurin förmlich „abzuschlagen.“ Wirklich fiel er sie zu diesem Ende während des vorjährigen Sommers einmal im Kellergewölbe des Hauses wie ein wildes Thier an, mißhandelte sie, schlug sie mit einem schweren Beil an den Kopf und warf sie dann kopfüber in das Kellerloch, wo er sie, in der Meinung sie sei todt, liegen ließ. Indeß kam das Weib, nachdem sie längere Zeit besinnungslos dort gelegen, wieder zu sich und flüchtete sofort zu ihrer Mutter, wo sie sich 4 Wochen aufhielt, dann aber, sanft und gut wie sie war, wieder zu ihrem Manne zurückkehrte. — Indeß ließen der verstockte Bauer und sein Knecht von ihrem Mordgedanken nicht ab; weil sie sich aber, da man ihren Haß gegen das Weib in der ganzen Gegend kannte, vor der öffentlichen Meinung scheuten, fanden sie für gut zur Verübung des Mordes einen Dritten zu dingen. — Diesen fanden sie in der Person des oben genannten Frey, dem sie als Mordslohn circa 6 fl. RW., ein neues Paar Schuh und einige andere Kleinigkeiten versprachen.
Schon am Kirchtagsonntag v. Js. sollte dieser die Unthat vollstrecken, während der Bauer und sein Knecht zur Entfernung jedes Verdachts sich auf den Markt in Naturns begeben hatten. Doch siegte diesmal noch das Gefühl der Menschlichkeit in dem gedungenen Mörder und er kehrte schon in der Nähe des Hauses angekommen unfähig das Schreckliche zu vollziehen diesmal zurück. Darüber von dem rückgekehrten Bauer und seinem Knechte mit Vorwürfen überhäuft, verstand er sich endlich dazu in der Nacht vom 30. auf den 31. Okt. v. J. die Gräuelthat zu vollziehen. Der Bauer begab sich sammt seinem Knechte schon am 30. Vormittags angeblich in Geschäften nach Botzen, wo sie in einem bekannten Wirthshause zukehrten und auch übernachteten. Unterdessen eilte Frey um 10 Uhr Nachts, während eines heftigen Sturms und Regengusses nach der drei Viertelstunden von seiner Wohnung entfernten Behausung des Gruberbauers, fand dort die vom Bauer verabredetermaßen an einem bestimmten Orte hinterlegten Schlüssel und trat, nachdem er sich mit Hilfe derselben den Eingang ins Haus verschafft hatte, vor das Bett der Bäurin, die hierüber erwachte und im Dunkel der Nacht meinend, es sei ihr von Botzen rückgekehrter Mann, demselben, als er wieder die Kammer verließ, arglos in den Hausgang nachfolgte. Hier faßte der Unmensch das Opfer, warf sie mit dem Kopf auf das spitze Steinpflaster, kniete ihr dann auf die Brust und würgte sie so lange bis sie todt war. Darauf ließ er sie liegen und legte noch einen Sack mit Kastanien neben sie hin, den der Bauer zu diesem Ende in Bereitschaft gesetzt hatte, damit es den Anschein gewänne, als wäre das Weib beim Herabsteigen über die Stiege mit dem schweren Sacke gestürzt und in Folge des Falls auf das Steinpflaster todt liegen geblieben.
Gleich, als am anderen Morgen die That ruchbar wurde, bezeichnete die Volksstimme, die hier in der That Gottes Stimme war, den Bauer und seinen Knecht einmüthig als die Mörder des armen Weibes. Der Umstand indessen, daß sie ihren Aufenthalt in Botzen, während die That verübt wurde, genau nachzuweisen vermochten, erschwerte längere Zeit den Erfolg der Untersuchung. Endlich aber siegte dennoch bei Neuhauser die Stimme des Gewissens, und er gestand die Unthat mit allen Nebenumständen, worauf auch die beiden Genossen seines Verbrechens Frey und Weger alles einbekannten. Auch die Geliebte Neuhausers hatte, wenn gleich entfernte, Mitwisserschaft um das Verbrechen und wurde in Folge dessen zu zehnjährigem schweren Kerker verurtheilt.
Auch in diesem Monat
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Am 1. Oktober 1849 beschloss der Bozner Bürgerausschuss, beim Ministerium die unverzügliche Vermessung und den staatlichen Bau der Eisenbahnstrecke von Verona nach Bozen zu beantragen. Zur Absendung einer gemeinsamen Deputation sollen die Magistrate von Trient, Roveredo und Verona einbezogen und das Vorgehen mit Innsbruck abgestimmt werden.
1849 im Überblick
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"Hinrichtung dreier Mörder in Meran wegen Auftragsmordes." Der Bote für Tirol, 15. Oktober 1849. https://digital.tessmann.it/tessmannDigital/Zeitungsarchiv/Seite/Zeitung/47/1/15.10.1849/152926/2. https://www.meran-archive.com/de/artikel/1849-10-15-hinrichtung-dreier-moerder-in-meran-wegen-auftragsmordes