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Empfehlung Merans als heilsamer Sommeraufenthalt

Zusammenfassung

Ein Artikel in der Allgemeinen Zeitung preist Meran als heilsamen Sommerkurort für Brust- und Gichtkranke an und stellt die Vorzüge des dortigen Klimas gegenüber Nizza heraus. Die Redaktion ermahnt die Meraner Bevölkerung, den Gästen tüchtig und gastfreundlich zu begegnen, dabei aber übermäßige Geldschneiderei zu meiden.

Vollständige Transkription

Anhang.

Notiz.

Die allg. Zeitung enthält in Nr. 275 bis 277 ihrer außerordentlichen Beilage einen Artikel, überschrieben: „Blicke auf Südtirol,“ in welchem ein Sommeraufenthalt in Meran dringend anempfohlen wird. Am Eingange heißt es: „Es scheint wohl nicht ganz unzweckmäßig, in diesem Augenblicke, wo die Aerzte in einem großen Theile Süddeutschlands anfangen, ihre Brustkranken und Gichtkandidaten mit vielem Erfolge nach Meran zu senden, die allgemeine Aufmerksamkeit auf diesen interessanten Punkt unsers Vaterlandes hinzulenken, der in vieler Hinsicht mit Nizza und den Hyerischen Inseln wetteifert, und für Deutsche gewiß überwiegende Vorzüge besitzt. Denn abgesehen davon, daß die Reise nach jenen Orten beschwerlicher und auch kostspieliger ist, so ist bei empfindlichen Kranken schon die abweichende Lebensweise hinreichend, andere günstige Eindrücke, wenn nicht zu zerstören, doch mindestens zu schwächen. Auch wirkt eine zu weite Entfernung von der Heimath, unter fremden Nationalitäten, namentlich auf Kranke, die zur Hypochondrie geneigt sind, beängstigend; und so wohlthätig im Ganzen die milde Luft von Nizza auch für die Lunge seyn mag, so ist es erwiesen, daß zu gewissen Jahreszeiten, wie an allen Küsten, so auch dort, Fieber grassiren, welche den Körper vollends entkräften. Nur zu reichliche Beispiele bestätigen diese Erfahrung. Meran hingegen liegt in einer durchaus gesunden Gegend, gegen Norden von hohen Gebirgen eingeschlossen, die sich wie eine Mauer gegen die ungeheuern Gletscher der Tiroler Alpenwelt erheben, und ihren Einfluß, der manchem andern fruchtbaren Thale verderblich wird, zum großen Vortheile des schönen Etschthales binden und brechen.“ Und nach einer Schilderung der Gegend und der Vortheile, die der Aufenthalt in Meran vor vielen andern Orten darbiethet, heißt es am Schlusse: „Man hat in jüngster Zeit so viel in den gelesensten Zeitungen über den großen Vortheil der Seebäder gesagt, und ihnen den wohlverdienten Eingang bei der Gesellschaft verschafft; es werde uns daher nicht verdacht, wenn wir hier versuchen, das Meraner „Luftbad“ mit allen seinen Annehmlichkeiten ins gehörige Licht zu setzen, um ihm einen ähnlichen Erfolg zu gewinnen, denn diese Zeilen sind in dem Sinne aller derer abgefaßt, welche in diesem Sommer sich seiner guten Wirkung zu erfreuen Gelegenheit hatten.“

Mögen sich die Bewohner Merans dieser Anerkennung ihrer Gegend erfreuen, mögen sie aber auch dadurch sich aufgefordert fühlen, für die Bequemlichkeit und Bewirthung ihrer Kurgäste mit schweizerischer Industrie, aber ohne schweizerische Geldschneiderei bedacht zu seyn!

Auch in diesem Monat

  • Allgemeine Zeitung1830er5 Schlagwörter

    Blicke auf Südtirol: Merans klimatische Vorzüge und die Sommerfrische

    Ein Bericht in der Augsburger Allgemeinen Zeitung von 1834 preist das milde Klima, die reiche Vegetation und die Vorzüge Merans als Kurort für Lungenkranke im Vergleich zu Nizza. Zudem wird das Phänomen der Tiroler Sommerfrische geschildert, bei dem Städter aus Bozen und Meran der sommerlichen Hitze in höher gelegene Orte und Mineralbäder entfliehen.

  • Der Bote für Tirol1830er4 Schlagwörter

    Erdbeben in Glurns

    Am 6. Juli 1834 ereignete sich in Glurns in den frühen Morgenstunden ein kurzes, aber starkes Erdbeben. Das von einem dumpfen Getöse begleitete Naturereignis dauerte etwa sieben Sekunden und verlief von Westen nach Osten.

1834 im Überblick

Das Jahr 1834 war in der Region von Naturereignissen, wissenschaftlichen Debatten und dem Aufstieg Merans zum Kurort geprägt. Während Murenabgänge und ein Erdbeben die Widerkraft der lokalen Bevölkerung forderten, boten alpine Erstbesteigungen wie die des Ortlers neue Perspektiven. Gleichzeitig spiegelte die Berichterstattung über milde Winter und meteorologische Theorien das breite Interesse an naturkundlichen Fragen wider.

Zitieren & Teilen

"Empfehlung Merans als heilsamer Sommeraufenthalt." Der Bote für Tirol, 21. Juli 1834. https://digital.tessmann.it/tessmannDigital/Zeitungsarchiv/Seite/Zeitung/47/1/21.07.1834/151104/4. https://www.meran-archive.com/de/artikel/1834-07-21-empfehlung-merans-als-heilsamer-sommeraufenthalt