Geschichtliche Notiz über das Vorkommen von Wildschweinen an der Etsch
Eine Instruktion aus dem Jahr 1620 belegt die Existenz von Wildschweinen an der Etsch im 17. Jahrhundert sowie strenge Jagdvorschriften im Burggrafenamt und Vinschgau. Der Text wirft die Frage auf, bis zu welchem Zeitpunkt diese Tierart im Land noch nachweisbar war, bevor sie vollständig verschwand.
Vollständige Transkription
Anhang.
In einer Instruktion vom 24. Februar 1620, welche unter dem tirolischen Landesfürsten Erzherzog Leopold dem Forstverwalter an der Etsch, im Burggrafenamte und in Vinschgau, Wolfgang Franzin, ertheilt worden, wird diesem unter anderem aufgetragen, oft im Jahre, theils selbst, theils durch die Forstknechte zu erforschen, wie viel Wildschweine und anderes Wildpret an der Etsch vorhanden seien, und so oft er´s für nöthig halten würde, zu jagen, es dem obersten Jägermeister anzuzeigen. Es gab also zu Anfang des 17. Jahrhunderts noch Wildschweine an der Etsch. Die nämliche Instruktion beweist, daß die Jagdgesetze damals noch sehr geschärft waren. Die höhere Jagdbarkeit war jedermann, auch dem Adel, streng verboten, und die kleinere, das Reisgejaid, war nur dem Adel erlaubt, und auch diesem nur mit Hunden, die dem größeren Wilde ungefährlich waren. Daraus läßt sich muthmaßen, daß es damals noch Wildschweine in nicht kleiner Zahl gegeben, und daß sie sich von jener Zeit an noch lange erhalten haben mögen. Nun findet man diese Thierart schon seit undenklicher Zeit im ganzen Lande nicht mehr. Es wäre für die Kulturgeschichte des Landes nicht unwichtig, zu erforschen, bis zu welcher Zeit noch Spuren von derselben sich zeigen, und seit wie lange sie für ganz aus dem Lande verschwunden zu achten sey.
Auch in diesem Monat
- Der Bote für Tirol1819–18294 Schlagwörter
Feier des kaiserlichen Geburtsfestes in St. Leonhard in Passeier
In St. Leonhard in Passeier wurde das Geburtsfest des Kaisers mit Festumzügen der Schuljugend, einem Gottesdienst und einer Abendgesellschaft gefeiert. Zu dem Treffen im Gasthaus am Sand fanden sich k. k. Beamte, Geistliche und ehemalige Waffengenossen des hingerichteten Andreas Hofer zusammen. Trotz der feierlichen Stimmung wurde dem verstorbenen Wirt in stillem Gedenken gedacht.
Zitieren & Teilen
"Geschichtliche Notiz über das Vorkommen von Wildschweinen an der Etsch." Der Bote für Tirol, 5. Februar 1824. https://digital.tessmann.it/tessmannDigital/Zeitungsarchiv/Seite/Zeitung/47/1/05.02.1824/150013/6. https://www.meran-archive.com/de/artikel/1824-02-05-geschichtliche-notiz-ueber-das-vorkommen-von-wildschweinen-an-der-etsch