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Militärische Beisetzung von Generalmajor Collery und Vorbereitungen zum großen Schützenfest von Erzherzog Johann

Zusammenfassung

Bericht aus Meran über die feierliche Beisetzung von Generalmajor Collery im Beisein von Erzherzog Heinrich und weiteren adligen Gästen. Zugleich wird das von Erzherzog Johann gestiftete Schützenfest angekündigt, das wegen des großen Umfangs von Schenna nach Meran verlegt wurde.

Vollständige Transkription

Meran, 8. April. So eben bestatteten wir den General-Major Collery, Ritter des Maria-Theresien- und dreier anderer Orden, zuletzt Brigadier in Reutte, der sich jüngst auf den ungarischen Schlachtfeldern durch seine Tapferkeit den Generalsrang erkämpft, dabei aber auch seine Gesundheit eingebüßt hatte, und nun als Opfer erlittener Strapazen gefallen ist. Nur eine in Bozen liegende Kompagnie von Großherzog Baden-Infanterie und unsere Nationalgarde konnte ihm das militärische Ehrengeleite geben, da im weiten Umkreise von Meran kein anderes Militär liegt. Eine besondere Auszeichnung des Verstorbenen müssen wir darin erkennen, daß Erzherzog Heinrich in Obersten-Uniform, mit seinen erlauchten Brüdern von Bozen kommend, ihn zu Grabe geleitete. Nebst den hiesigen Behörden fanden sich auch viele der hier weilenden Fremden, wie die Fürsten Solms und Isenburg und andere beim Leichenzuge ein.

Unser großes Schützenfest wird am 18. Mai beginnen. Se. kais. Hoh. Erzh. Johann wollte - um mich des hier ortsüblichen Ausdruckes zu bedienen - es als sein Hochzeitundelsschießen feierlich geben. Als Schloßbesitzer in Schenna hatte er dasselbe ursprünglich für die dortige Gemeinde bestimmt. Da aber die örtlichen Verhältnisse von Schenna zu beengend für ein so großartiges Fest schienen, so beschloß Hochderselbe, es in Meran zu halten. Der Hr. Erzherzog wird 8 Tage vor dem Beginn des Festes mit dem jungen Grafen von Meran, der sich im heurigen Winter zum wackern Scheibenschützen einübte, nach Schenna kommen; und dann am Eröffnungstage die Beste u. Fahnen durch die Schützen von Schenna feierlich nach Meran bringen lassen. Se. kais. Hoheit spendet nicht nur 120 Dukaten als Bestgaben, sondern hat auch die Bestreitung aller sonstigen zur Verherrlichung des Festes erforderlichen Auslagen übernommen, und wird eine Summe von beiläufig 4000 fl. dafür verwenden. Der hiesige Schießstand berechnete die nur hier zu machenden Auslagen auf 1081 fl. CM.; dafür aber bewilligte der Hr. Erzherzog die runde Summe von 1500 fl. CM. Bedeutender noch sind die Auslagen für die prachtvollen Festzierden, welche in Innsbruck durch den H. Kunsthändler Unterberger besorgt werden, und sicherlich sehr geschmackvoll ausfallen, da sie von Sr. kais. Hoheit selbst angeordnet und genau bestimmt wurden. Es sind darunter die vielen Fahnen und Kränze, welche die Bestgaben enthalten; dann eigene Fahnen für jeden der neun Kreisschießstände des Landes, die den zu diesem Feste erscheinenden Schützendeputationen dieser Schießstände zum ewigen Andenken nach Hause mitgegeben werden sollen; ferners mehrere Stutzen und Prachtscheiben; - auch eigene bronzene Medaillons für Viererschützen und Centrumsnägel für Centrumsschützen. Als Pokal für den Ehrentrunk kommt ein prächtiges Steinbockhorn, auf dessen goldenem Reif ein sinniger Denkspruch stehen soll. Bei solchen Vorbereitungen läßt sich die Großartigkeit des Schießens ermessen, u. wir dürfen hiezu die Schützen des ganzen Landes erwarten. Da alle Auslagen vom Hrn. Erzherzog übernommen, gedeckt sind, so ist es dem Schießstande auch ermöglicht, die Einlagsbedürfnisse für die Schützen so zu stellen, daß alle befriedigt sein werden. Auch für die Jungschützen ist gesorgt, indem ein eigenes Best nur für sie bestimmt ist, woran die Roblerschützen nicht theilnehmen dürfen. Das Ladschreiben wird alle diese eigenhändigen Anordnungen Sr. kaiserl. Hoheit enthalten.

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Im Jahr 1851 prägten gesellschaftliche Ereignisse, kirchliche Aktivitäten und kaiserliche Zuwendungen das Leben in Meran und Umgebung. Neben einer gut besuchten Volksmission in Partschins standen vor allem die Vorbereitungen für das von Erzherzog Johann gestiftete Freischießen auf Schloss Schenna im Fokus. Zudem zeugen die Eröffnung einer Kleinkinderwartanstalt im Spitalgebäude und kaiserliche Finanzhilfen nach Unwetterschäden von sozialem Engagement und staatlicher Unterstützung. →

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"Militärische Beisetzung von Generalmajor Collery und Vorbereitungen zum großen Schützenfest von Erzherzog Johann." Der Bote für Tirol, 10. April 1851. https://digital.tessmann.it/tessmannDigital/Zeitungsarchiv/Seite/Zeitung/47/1/10.04.1851/153370/2. https://www.meran-archive.com/de/artikel/1851-04-10-militaerische-beisetzung-von-generalmajor-collery-und-vorbereitungen-zum-grossen