Bericht über die Volksmission in Partschins
Ein Bericht aus Meran schildert den erfolgreichen Verlauf einer Volksmission in Partschins unter der Leitung von Pater Krupsky und Pater Mathoi. Die Predigten und Beichten zogen sowohl Gäste aus Meran als auch die ländliche und bergbäuerliche Bevölkerung in großer Zahl an.
Vollständige Transkription
Oesterreich.
Meran. (Aus einem Privatschreiben.) Rücksichtlich der Mission in Partschins, an der auch viele Auswärtige Theil genommen (namentlich die Gräfin Stachelburg, die Fräulein v. Isser, die Wasmannschen rc. von Meran) gab und gibt es nur eine Stimme. Solche, die von derselben nichts als Gutes erwarteten, wurden in ihrer Erwartung vollkommen befriediget, und Andere, die ihr mit den gewöhnlichen Vorurtheilen entgegensahen, fanden sich im Verlauf derselben aufs glücklichste enttäuscht. Am wenigsten mögen dabei einige Meraner ihre Rechnung gefunden haben, die nämlich gekommen waren, der Predigt für die Jungfrauen beizuwohnen. Diese fanden selbe, wie es schien, ihren Wünschen und Erwartungen so wenig entsprechend, daß sie schon nach dem ersten Theile die Kirche verließen. Der hochw. P. Krupsky, der die Mission leitete, und die gebräuchlichen Standespredigten selbst hielt, hatte nämlich schon vorher bekannt gemacht, daß er diese Vorträge nicht vor den abgesonderten Ständen bei verschlossenen Thüren, sondern öffentlich vor Allen halten werde, und daß daher männiglich dazu eingeladen sei; und der durch und durch praktische Mann behandelte jene gewissen kitzlichen Materien mit einer solchen Zartheit, daß gewisse Leute auch beim besten Willen nicht so glücklich gewesen wären, etwas zu erschnappen, was auf ihre Mühle getaugt hätte. Dem vortrefflichen P. Krupsky stand der junge P. Mathoi auf dieser seiner Erstlings = Mission würdig zur Seite. Wenn in den Kämpfen für Gottes Reich gegen seine Widersacher irdische Auszeichnungen zu verdienen wären, wahrlich! — P. Mathoi hätte in Partschins sich die Sporen errittert. Die guten Leute benützten diese Tage des Heiles aber auch aufs gewissenhafteste. Nicht nur daß die nahe an der Kirche Wohnenden fleißig allen Predigten und Andachten beizuwohnen sich angelegen sein ließen; auch die Bergbewohner wollten nichts versäumen, und empfahlen daher ihre einsamen Hütten dem Schuße des Allerhöchsten, und kamen, getrost selbe allein lassend, sämmtlich herab ins Haus des Herrn, um ganz ihrem Edelsten, ihrer Seele zu warten, und ermüdeten nicht, selbst bis zum Abend nüchtern, und dazu noch manchmal vergebens, vor den stets strengbelagerten Beichtstühlen zu harren. — Ueberdieß machten diese Missionen in Partschins einen so wohlthätigen Eindruck auch auf das Volk der Nachbargemeinden, daß die schon ohnehin für dieses kirchliche Heilmittel eingenommenen Seelsorger keinen Hindernissen zu begegnen fürchten, sondern nur einem allgemeinen Wunsche entgegenzukommen hoffen dürfen, wenn sie nun ebenfalls in der nächsten gelegenen Zeit Missionen veranstalten werden.
1851 im Überblick
Im Jahr 1851 prägten gesellschaftliche Ereignisse, kirchliche Aktivitäten und kaiserliche Zuwendungen das Leben in Meran und Umgebung. Neben einer gut besuchten Volksmission in Partschins standen vor allem die Vorbereitungen für das von Erzherzog Johann gestiftete Freischießen auf Schloss Schenna im Fokus. Zudem zeugen die Eröffnung einer Kleinkinderwartanstalt im Spitalgebäude und kaiserliche Finanzhilfen nach Unwetterschäden von sozialem Engagement und staatlicher Unterstützung. →
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"Bericht über die Volksmission in Partschins." Tiroler Zeitung - Wochenblatt für Katholiken, 7. März 1851. https://digital.tessmann.it/tessmannDigital/Zeitungsarchiv/Seite/Zeitung/21006/1/07.03.1851/210934/2. https://www.meran-archive.com/de/artikel/1851-03-07-bericht-ueber-die-volksmission-in-partschins