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Die Ernennung des Sohnes von Erzherzog Johann zum Grafen von Meran und der Erwerb von Schloss Schenna

Zusammenfassung

Die Bozner Zeitung berichtet über die große Freude im oberen Etschtal anlässlich der Ernennung von Erzherzog Johanns Sohn Franz zum Grafen von Meran. Zugleich wird der Erwerb von Schloss Schenna durch den Erzherzog als Grundstein für die Verwurzelung der Familie in Tirol gefeiert.

Vollständige Transkription

Oesterreichische Monarchie.

Tirol.

Meran, den 5. März. Ein Ereigniß der neuesten Zeit hat das obere Etschthal, nämlich unsere Gegend von Meran enthusiasmirt, und den in der Stille immer fortglimmenden Funken der alten Liebe und Anhänglichkeit an das österreichische Kaiserhaus in einen allgemeinen Freudenruf unsers sonst so stillen Thales, der im ganzen Lande eben so freudig wiederhallen wird, ausbrechen lassen. Wir können es nicht im Stillen tragen, dieses Uebermaß von freudiger Wallung in unsern wogenden Herzen, wir müssen es hinausrufen dieses patriotische Entzücken in alle Gegenden der Welt, daß sie wisse, welches unversiegbare Gefühl unbedingter Hingebung an Oesterreich in uns lebt, und wie gerne wir mit immer neuen Banden, und mit unzertrennlicher Kraft an dieses väterliche Herrscherhaus geknüpft und gebunden seyn wollen. Schon vor zwei Jahren reiste der in Tirol so hoch- und allverehrte Herr Erzherzog Johann von Oesterreich unter dem Titel eines Grafen von Meran in das Lager von Düsseldorf. Ganz elektrisch durchzuckte dieses Inkognito die Etschländer des Meraner-Thales, ohne daß eine tiefere Ahnung die Hoffnung gewecket, die, ehe sie in uns keimte, schon zur süßesten Frucht gereifet ist. — Kaiser Ferdinand aus dem angenommenen Inkognito Seines Erzherzoglichen Ohms die sinnige Deutung erkennend, erhob in fürwaltender Liebe zu Ihm dessen Sohn Franz zum Grafen von Meran, und belehnte diesen mit einigen heimgefallenen Lehen im mittleren Etschthale bei Botzen. Bald darauf kaufte der Erzherzogliche Herr Vater für den Grafen von Meran das Schloß Schenna, eine kleine Stunde von dieser alten Haupt- und Residenzstadt, auf einer, die Aussicht in das Etsch- und Vinschgauerthal weit beherrschenden Anhöhe gelegen, und die gegründetsten Hoffnungen weiterer Besitzausdehnungen für den neuen jungen Herrn, dessen Stamm nun in dem tirolischen Alpenlande wurzeln soll, knüpfen sich daran. Seitdem erschallen die beiden geliebten Namen: — „Erzherzog Johann und der Graf von Meran“ — wie in einem beständigen Rundgesange von allen Lippen, und mit sehnsüchtiger Freude harrt man dem Augenblicke entgegen, wo wir dem Erlauchten Herrn Vater mit seinem Sohne hier werden unsern herzlichsten Jubel entgegenrufen können.

Auch in diesem Monat

  • 1840er4 Schlagwörter

    Verkauf von Besitzungen.

    Eingetretene Familienverhältnisse veranlassen den Verkauf der Besitzungen Labers und Rottenstein in Obermais bei Meran. Auskünfte hierüber ertheilt auf francirte Briefe der fürstlich Thurn- und Tax´sche Rentbeamte Möser in Meran.

1845 im Überblick

Das Jahr 1845 war in Meran von lokalen Ereignissen, der dauerhaften Verbindung des Hauses Habsburg mit der Region und frühen verkehrspolitischen Visionen geprägt. Während ein glimpflich verlaufender Brand im Januar die Hilfsbereitschaft zeigte, sorgte im März die Ernennung von Erzherzog Johanns Sohn zum Grafen von Meran und der Erwerb von Schloss Schenna für große Freude. Zudem zeugten Pläne für eine transalpine Eisenbahnverbindung von Verona nach Bregenz über Meran von den entstehenden wirtschaftlichen Ambitionen der Epoche.

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"Die Ernennung des Sohnes von Erzherzog Johann zum Grafen von Meran und der Erwerb von Schloss Schenna." Bozner Zeitung, 7. März 1845. https://digital.tessmann.it/tessmannDigital/Zeitungsarchiv/Seite/Zeitung/47/1/13.03.1845/152215/1. https://www.meran-archive.com/de/artikel/1845-03-07-die-ernennung-des-sohnes-von-erzherzog-johann-zum-grafen-von-meran-und-der-erwer