Erzherzog Johanns Reise von Meran nach Vorarlberg
Erzherzog Johann reist von Meran über den Timmelsjoch-Pass und das Ötztal nach Landeck und besichtigt die Befestigungen in Nauders. Anschließend setzt er seine Gebirgsreise über das Paznaun und das Montafon bis nach Feldkirch fort, wo er festlich empfangen wird.
Vollständige Transkription
Oesterreichische Monarchie.
Am 2. Juli d. J. sind Se. kaiserl. Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog Johann in Landeck eingetroffen. Höchstdieselben hatten bei Meran die Poststraße verlassen, und den beschwerlichen Gebirgsweg über Passeier und den Timmels in das Oezthal eingeschlagen, ohne sich durch die unterwegs eingetretene schlechte Witterung und Schneegestöber abhalten zu lassen. In Lengenfeld geruhten Se. kaiserl. Hoheit zu übernachten, und den folgenden Tag über Roppen und Imst den Weg nach Landeck fortzusetzen. Von Landeck begaben sich Se. kaiserl. Hoheit vorerst nach Nauders zur Besichtigung des dortigen Befestigungsbaues, nahmen nach erfolgter Rückkehr das Mittagsmahl in Landeck ein, welchem die beiden Herren Kreishauptleute von Vorarlberg und Oberinnthal beigezogen zu werden das Glück hatten, und traten nach aufgehobener Tafel am 3. d. M., von sehr entsprechender Witterung begünstigt, die Reise vom sogenannten Steig in das Paznauner-Thal an, wo Höchstdieselben im Landgerichtssitze Ischgl übernachteten; Tags darauf setzten Se. kaiserl. Hoheit nach Anhörung der heil. Messe die Tour fort über Mathon und Galtür bis auf den höchsten Punkt des Zeiniser Joches und über dessen sehr steilen Bergrücken bei Patenen in das Thal Montafon. Im weiteren Verlaufe nahmen Höchstdieselben die Richtung über Gaschurn und St. Gallenkirch nach dem Landgerichtssitze Schruns, und trafen endlich noch an demselben Tage (4. Juli) um 8½ Uhr Abends über Bludenz in Feldkirch ein. An allen Orten, durch welche Se. kaiserl. Hoheit auf dieser, schon im Jahre 1801, also vor eben 40 Jahren, zurück gelegten Route gelangten, wurde Höchstderelben Ankunft mit Pöllerschüssen, Aufzug der Landesschützen und auf sonstige angemessene Art gefeiert, und der durchlauchtigste Reisende mit dem Ausdruck unverkennbarer Rührung und begeisterter Anhänglichkeit an das durchlauchtigste Kaiserhaus begrüßt.
Auch in diesem Monat
- Der Bote für Tirol1840er4 Schlagwörter
Hochwasser und Murenabgänge am Rametzbach
In der Nacht vom 5. auf den 6. Juli 1841 löste ein schweres Berggewitter Murenabgänge in der Naifschlucht aus. Der extrem angeschwollene Rametzbach zerstörte die Brunnenleitungen von Meran und Obermais und überschwemmte die umliegenden Gründe sowie die Landstraße.
1841 im Überblick
Das Jahr 1841 in Meran war geprägt von wohltätigen Initiativen zu Jahresbeginn sowie von Naturereignissen und deren Bewältigung. Im Sommer hinterließen schwere Unwetterschäden und Murenabgänge in der Naifschlucht Spuren an der lokalen Infrastruktur. Gleichzeitig markierte die bereichernde Hochgebirgsreise von Erzherzog Johann über das Timmelsjoch im Juli einen regionalen Höhepunkt. →
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"Erzherzog Johanns Reise von Meran nach Vorarlberg." Der Bote für Tirol, 12. Juli 1841. https://digital.tessmann.it/tessmannDigital/Zeitungsarchiv/Seite/Zeitung/47/1/12.07.1841/151832/1. https://www.meran-archive.com/de/artikel/1841-07-12-erzherzog-johanns-reise-von-meran-nach-vorarlberg