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Die Ersteigung der Similaunspitze im Juni 1840

Zusammenfassung

Ein Bericht im Boten für Tirol schildert die Vorbereitungen zur zweiten Ersteigung der Similaunspitze im Schnalstal am 22. Juni 1840. Zur Durchführung barometrischer Höhenmessungen schloss sich der Verfasser erneut Bergführern aus Schnals an. Ein redaktioneller Nachsatz hebt die Bedeutung der Fernsicht hervor und regt zu weiteren Erkundungen an.

Vollständige Transkription

Anhang.

Die Ersteigung der Similaunspitze im Thale Schnals am 22. Juni 1840 *)

An´s Vaterland, an´s theure, schließ dich an,

Das halte fest mit deinem ganzen Herzen!

Hier sind die starken Wurzeln deiner Kraft,

Dort in der fremden Welt stehst du allein.

Schillers Tell.

Im gewaltigen rhätischen Gebirgsstocke, welcher vom Orteles bis zum Brenner den größten Theil der tirolischen Alpenwelt bildet, — befindet sich fast im hintersten Winkel von Schnals die bescheiden seitwärts gelagerte, unter mehreren Hochgebirgen befindliche, aber auch alle überragende Similaunspitze.

Am 27. Aug. v. J. erstieg ich selbe zum ersten Male in Begleitung von sieben Individuen aus Schnals; das Ergebniß dieser Besteigung wurde in diesen Blättern Nr. 96—98 v. J. veröffentlicht. Da aber der dortmals auf der Spitze am Ferner befindliche heftige Nebel mir jede Aussicht raubte, so verließ ich die erhabene Warte zwar mit blutendem Herzen, jedoch mit dem festen Vorsatz, zur Zeit der Sommersonnenwende mit einigen Freunden wieder zu kehren, um eine Nacht auf dem Horste des Aars zu wachen.

Mir blieb somit damals, außer den Zu- und Abgang zur Spitze zu beschreiben, nichts anders übrig, als die barometrische Höhenmessung vorzunehmen, zu welcher ich mich eines zwar einfachen, aber gut regulirten Barometers bediente; allein für heuer ließ ich mir einen zur Reise zweckdienlichen Stockbarometer von dem sehr geschickten Mechaniker Mannfredo in Bozen anfertigen.

Ich setzte mich nun mit Weitthaler, Unterauer und Rafeiner, Leitergutsbesitzer — beide in Schnals, und meinen vorjährigen Führern und Begleitern zur heurigen Ersteigung ins Einverständniß, zu welcher sich in freudiger Bereitwilligkeit Hr. Johann Egger, Kooperator in Unser Frau, anschloß.

Obgleich mehrere Liebhaber hoher Gebirge früher den Wunsch ………………..

******Fortsetzung??

… direkt im digitalen Teßmann-Archiv abrufbar (insgesamt 8 Ausgaben).

*) Wir haben bereits im vorigen Jahre einen Aufsatz über des Verfassers erste Ersteigung der Similaunspitze, welcher großes Interesse erregte, in diesen Blättern geliefert. Von erhöhtem Interesse ist dieser zweite, weil die Gunst der Witterung eine höchst bedeutende Fernsicht gestattete. Wenn des Verf. Angaben nicht in einzelnen Punkten eine Täuschung zu Grunde liegt (und Jeder, der einer so bedeutenden Rundsicht sich je erfreut hat, weiß, wie schwer es ist, sich in einem solchen Meere von zum Theil durch die Entfernung undeutlichen Bergspitzen und Kuppen zu orientiren!) — so ist die Aussicht vom Similaun eine der großartigsten, welche unser Vaterland darbiethet. Deshalb möchten wir dringend den Verf. zu einer Wiederholung seiner Reise im nächsten Jahre auffordern, oder wünschen, daß ein anderer kundiger Bergwanderer sich zur Ersteigung des Similauns aufgemuntert fühlen möchte, theils um die angegebenen Punkte der Rundsicht mehr zu konstatiren, theils um die Höhenangabe näher fest zu stellen. Die Red.

1840 im Überblick

Das Jahr 1840 zeigt in Meran und der Region eine kontrastreiche Entwicklung zwischen organisierter städtischer Armenfürsorge, naturwissenschaftlichen Hochgebirgserkundungen des Similaun und verheerenden Unwetterschäden durch Murgänge im Vinschgau. Zugleich stärkte das im September in Wien erstmals feierlich begangene und künftig jährliche Gedenken an die Tiroler Landesverteidiger von 1809 die regionale Identität.

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"Die Ersteigung der Similaunspitze im Juni 1840." Der Bote für Tirol, 10. August 1840. https://digital.tessmann.it/tessmannDigital/Zeitungsarchiv/Seite/Zeitung/47/1/10.08.1840/151736/4. https://www.meran-archive.com/de/artikel/1840-08-10-die-ersteigung-der-similaunspitze-im-juni-1840