Die Besteigung der Ortlerspitze im Juli 1838
Bericht über die Besteigung der Ortlerspitze am 21. Juli 1838 durch eine sechsköpfige Gruppe um Postmeister Andreas Tschiggfrey und die 16-jährige Maria Karner. Unter der Führung von Johann Bruner bewältigte die Gruppe die gefährliche Route über Eis und Fels in acht Stunden. Auf dem Gipfel wurden Reste der historischen Gebhard-Pyramide von 1802 vorgefunden.
Vollständige Transkription
Anhang.
Die jüngste Besteigung der Ortlerspitze.
Am 21. Juli d. J. hat der Postmeister Andreas Tschiggfrey von Prad, die 16jährige Maria, Tochter des Wirthes Alois Karner, Anselm und Andreas Führer, dann Anton Ortler von Gomagoi, endlich Johann Bruner aus Sulden die Ortlerspitze erstiegen. Letzterer diente als Wegweiser, indem er schon im Jahre 1826 den Geometer Schedelka dahin begleitet hatte. Sie brauchten Abends und Morgens zusammen 8 Stunden mit vielen Beschwerden und beinahe Lebensgefahren. Unter andern Sehenswürdigkeiten kamen sie auch zu einer natürlichen Eiskapelle von solchem Umfange, daß 30—40 Personen in derselben Raum hätten. Ueber Lavinen, Eisfelder und Felsenwände führte der Weg, und nur mit Stricken waren sie im Stande, steile Bergschluchten oder Fernerklüfte zu passiren. Bald über Steingerölle, bald über Eisplatten und Schneefelder ging es hinan zum gigantischen Ziele, in dessen Nähe sie noch die Grundmauer der im Jahre 1802 errichteten Gebhardischen Pyramide antrafen. Wind und Kälte gestatteten oben nur einen etwas mehr als viertelstündigen Aufenthalt — die Aussicht soll unermeßlich seyn.
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"Die Besteigung der Ortlerspitze im Juli 1838." Der Bote für Tirol, 13. September 1838. https://digital.tessmann.it/tessmannDigital/Zeitungsarchiv/Seite/Zeitung/47/1/13.09.1838/151537/4. https://www.meran-archive.com/de/artikel/1838-09-13-die-besteigung-der-ortlerspitze-im-juli-1838