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Großer Brand im Markt Mals

Zusammenfassung

In der Nacht auf den 7. Mai 1836 zerstörte ein Großbrand im Zentrum von Mals 19 Wohnhäuser, forderte ein Todesopfer und vernichtete mehrere Pferde. Dank des schnellen Eingreifens zahlreicher Helfer aus den umliegenden Gemeinden konnten Kirche, Widum und das Kapuzinerkloster gerettet werden.

Vollständige Transkription

Am 7. Mai in der Nacht zwischen 1 und 2 Uhr brach in der Mitte des Marktes Mals Feuer aus, welches so plötzlich um sich griff, daß ein großer Theil der Häuser-Reihe vom Grischischen Posthause bis zur Apotheke schon ein Raub der Flammen war, bevor die Bewohner der umliegenden Ortschaften zur Hülfe herbei eilen konnten. Doch waren in kurzer Zeit Leute aus allen Gemeinden der Umgegend und nicht weniger als 9 Spritzen auf dem Platze. Durch vereinte Mitwirkung und allseitige rastlose Anstrengung gelang es, die ganze Burgeisergasse und den ganzen Flügel gegen Tartsch, Kirche, Dekanalwidum und Kapuzinerkloster zu retten, obschon die unter Frachtgütern befindliche Baumwolle und Oehlfässer die schnelle Verbreitung des zerstörenden Elementes begünstigten. Innerhalb 3 Stunden waren 19 Wohngebäude eingeäschert. Der 70jährige ledige Keßler Jos. Adam wurde todt unter den rauchenden Trümmern gefunden. Die Entstehung dieser Feuersbrunst, bei der auch 9 Pferde zu Grund gingen, ist bisher noch nicht entdeckt. Wie groß der Schaden ist, läßt sich leicht ermessen, nachdem das Feuer sich so unglaublich schnell über eine weite Strecke ausdehnte, daß die meisten Verunglückten höchstens nur ihr Leben zu retten im Stande waren. Oeffentlicher Dank Allen, die sich dabei thätig zeigten — Theilnahme und Beistand den Armen, die Vieles — Alles verloren haben.

Glurns, den 8. Mai 1836. Neißl, Landrichter.

Anmerkung. Die Redaktion ist bereit, Beiträge von Menschenfreunden für die Abgebrannten in Empfang zu nehmen, und an ihre Bestimmung abzuführen. Sie wird den Empfang derselben im Intelligenzblatte veröffentlichen.

1836 im Überblick

Das Jahr 1836 in Meran und Umgebung war geprägt von extremen Wetterumschwüngen im Februar mit Stürmen, starkem Schneefall und rasanten Temperatur- sowie Luftdruckschwankungen. Zudem sorgte im März ein Bärenangriff im Gericht Glurns für Aufsehen, bei dem sich ein Holzfäller erfolgreich verteidigte. Diese Ereignisse dokumentieren die naturräumlichen und klimatischen Bedingungen der Region in jener Zeit.

Zitieren & Teilen

"Großer Brand im Markt Mals." Der Bote für Tirol, 12. Mai 1836. https://digital.tessmann.it/tessmannDigital/Zeitungsarchiv/Seite/Zeitung/47/1/12.05.1836/151293/3. https://www.meran-archive.com/de/artikel/1836-05-12-grosser-brand-im-markt-mals