Blitzschlag und Großbrand in Tschengels
Am 21. Juli 1833 zerstörte ein durch Blitzschlag ausgelöster Großbrand in Tschengels fünf Wohnhäuser samt Wirtschaftsgebäuden und forderte drei Schwerverletzte. Dank des raschen Einsatzes zahlreicher Nachbargemeinden mit Feuerspritzen konnte der Pfarrhof gerettet werden.
Vollständige Transkription
Schlanders, den 26. Juli. Am 21. d. M. traf die Pfarrgemeinde Tschengels, welche erst vor vier Jahren durch ausgebrochenen Brand drei Wohnhäuser verlor, und eine bedeutende Beschädigung an ihrer Kirche erlitt, das neuerliche Unglück, gegen zwei Uhr Nachmittags durch einen in der Nähe des Pfarrwidums eingefallenen Blitzstrahl fünf Häuser mit ihren landwirthschäftlichen Zugebäuden in größter Schnelle in Asche gelegt zu sehen. Nebst bereits sämmtlichen Einrichtungsstücken, woraus manche Partei nur die am Leibe getragene Kleidung retten konnte, gieng auch die unlängst eingeführte Fütterung sammt etwas eingebrachtes Getreide dabei zu Grunde. Der Gesammtschaden dieses Unglücks beträgt laut kommissioneller Schätzung 13,099 fl. 8 kr. R. W. Zugleich wurden durch den Absturz eines brennenden Vordaches drei Menschen sehr schwer verwundet, von deren Genesung noch kein bestimmter Ausspruch gewagt werden kann. Zwar sind die meisten dieser Gebäude assekurirt, jedoch leider nur mit einem Betrage, der mit dem wirklichen Werthe des Verlustes in gar keinem Verhältnisse steht. So wie bei dem erstern Brande verdankt auch diesesmal der eiligen und thätigsten Hilfe der umliegenden, selbst der entferntern Gemeinden Laas, Eyrs, Prad, Schluderns, Glurns, Mals und Burgeis, deren die meisten ihre Feuerspritzen mit sich führten, die ganze so sehr bedrohte Nachbarschaft, vorzüglich der Pfarrhof seine Rettung. Hiefür findet man sich auf Ansuchen des Hrn. Ortspfarrers und der Gemeinde veranlaßt, für diese menschenfreundliche Hilfe hiemit den wiederholten öffentlichen Dank auszudrücken.
1833 im Überblick
Das Jahr 1833 in Meran und Umgebung war geprägt von sozialen Initiativen zur Armenfürsorge, erfolgreichen Maßnahmen gegen Wildtiere im Vinschgau sowie den Nachbereitungen des schweren Brandes in Tschengels, der die Bedeutung überörtlicher Löschhilfe verdeutlichte. Zudem endete im Herbst die monatelange Einquartierung des k. k. Brooder Grenzregiments, dessen diszipliniertes Auftreten von der Bevölkerung gewürdigt wurde. →
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"Blitzschlag und Großbrand in Tschengels." Der Bote für Tirol, 1. August 1833. https://digital.tessmann.it/tessmannDigital/Zeitungsarchiv/Seite/Zeitung/47/1/01.08.1833/151003/1. https://www.meran-archive.com/de/artikel/1833-08-01-blitzschlag-und-grossbrand-in-tschengels