Raubtierplage und Abschuss einer Bärenmutter mit drei Jungen im Vinschgau
Im Gerichtsbezirk Schlanders im Vinschgau verursachten Raubtiere wie Geier, Wölfe und Bären über Jahre hinweg beträchtliche Schäden am Weidevieh. Am 12. Juni 1833 gelang es einem Jäger aus Martell im Laserthal, eine Bärin mitsamt ihren drei Jungen zu erlegen.
Vollständige Transkription
Schlanders, den 16. Juni. Seit bald fünf Jahren her hatten sich Raubthiere verschiedener Art, vorzüglich Lämmergeier an der Sonnen-, dann Wölfe und Bären an der Schattenseite des Etschthales in Vinschgau, vorzüglich in dem Gebiethe des k. k. Landgerichts Schlanders, bedeutend vermehrt, und in den Gebirgs- und Alpenweiden unter dem Jungviehe sehr namhaften Schaden angerichtet. Obwohl mehrere große Geier jährlich eingebracht, drei Wölfe geschossen und ein junger Bär im Thale Martell erschlagen wurde, so waren doch vielfache Bemühungen, die beiden letztern Thiergeschlechte zu beschränken, bisher ohne Erfolg. Glücklicher Weise gelang es am 12. Juni d. J. dem Johann Plattner, Jäger aus Martell, bei Gelegenheit, als er nächst dem Ferner im Laserthal einer von ihm verwundeten Gemse nachschlich, eines weiblichen Bärens ansichtig zu werden, der mit drei unter sich scherzenden Jungen das Gebirge langsam hinan zog. Ganz allein, war er doch beherzt genug mit einem einzigen Schusse den alten Bären zu tödten, was ihm auch nach und nach mit den Jungen glückte, von denen nach dem Falle des ersten die beiden übrigen solches umschnoberten und beleckten, bis er Zeit zur Ladung des Gewehres gewann, was ihm auch bei dem letzten gelang, welches über diesen Verlust zu heulen anfing, und sich von der Wahlstätte nicht entfernte. Zwei der Jungen waren weiblichen, eines derselben männlichen Geschlechts, das Alter der großen Bärin wurde auf wenigstens zehn Jahre, jenes der Jungen aber auf 4 ½ Monate angegeben.
1833 im Überblick
Das Jahr 1833 in Meran und Umgebung war geprägt von sozialen Initiativen zur Armenfürsorge, erfolgreichen Maßnahmen gegen Wildtiere im Vinschgau sowie den Nachbereitungen des schweren Brandes in Tschengels, der die Bedeutung überörtlicher Löschhilfe verdeutlichte. Zudem endete im Herbst die monatelange Einquartierung des k. k. Brooder Grenzregiments, dessen diszipliniertes Auftreten von der Bevölkerung gewürdigt wurde. →
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"Raubtierplage und Abschuss einer Bärenmutter mit drei Jungen im Vinschgau." Der Bote für Tirol, 24. Juni 1833. https://digital.tessmann.it/tessmannDigital/Zeitungsarchiv/Seite/Zeitung/47/1/24.06.1833/150992/3. https://www.meran-archive.com/de/artikel/1833-06-24-raubtierplage-und-abschuss-einer-baerenmutter-mit-drei-jungen-im-vinschgau