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Heilquellen in Tirol und Vorarlberg sowie Erfahrungen mit Knochenmehl als Dünger

Zusammenfassung

Eine Übersicht von Professor F. C. Karpe beschreibt verschiedene Heilquellen in Tirol und Vorarlberg, darunter die Bäder Egart und Gorshof bei Meran samt ihren Heilanzeigen. Zudem bittet die Redaktion um Erfahrungsberichte über die Verwendung von Knochenmehl als Düngemittel in der Landwirtschaft.

Vollständige Transkription

Anhang.

Uebersicht der Heilquellen von Tirol und Vorarlberg, entworfen von Professor F. C. Karpe im Jahre 1828. 1/4

Der Verfasser dieses Aufsatzes sammelte seit mehreren Jahren das Geschichtliche, die chemischen Analysen, die Resultate der therapeutischen Anwendungen in Beziehung auf die Heilquellen von Tirol und Vorarlberg; sollte etwa dieser Aufsatz Anlaß geben, daß er von mehreren Seiten Verträge erhielte, und in seinen Bemühungen unterstützt würde, so wäre er im Stande, ein ausführliches und wie er sich schmeichelt nützliches Werke dem Publikum mitzutheilen *).

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Bachgart bei Mühlbach im Pusterthale, ein kalisch-erdiges Wasser, wird gegen Menstruationsstörungen, Hysterie, Unfruchtbarkeit, in der Trink- und Badekur gebraucht.

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Egart auf der Tell bei Meran hat eine erdige-salzige Eisenquelle und ist unter allen ähnlichen tirolischen Anstalten am besten eingerichtet. Man gebraucht es häufig gegen Kacherien, Nerven- und Ausleerungs-Krankheiten, als chronische Hautausschläge, Rheumatalgie, beginnende Lungensucht, Gicht, Lähmungen, Harnbeschwerden, weißen Fluß, in der Trink- und Badekultur.

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Gorshof bei Meran, ein erdiges Eisenwasser, wird von Cranz angegeben, es muß entweder ein Schreibfehler oder eine Veränderung des Namens die Ursache seyn, daß man nicht einmal die Lage desselben mehr angeben kann.

*) Die Redaktion kann hier nicht umhin den Wunsch auszudrücken, daß ihr von den besuchten Bädern von Zeit zu Zeit Notizen über den Besuch, die Wirkung derselben, über zu wünschende oder ausgeführte Verbesserungen u. s. w., so wie Schilderungen des Lebens in unseren Bädern mitgetheilt werden möchte.

(Fortsetzung folgt.)

Oekonomie.

Frage. Welche Wirkung und Vortheile hat das im Tiroler Bothen schon öfters erwähnte Knochenmehl bei seiner Anwendung als Dünger hervorgebracht, und ist dieses Düngapparat für jeden Boden geeignet und empfehlenswerth?

Diejenigen P. T. Oekonomiebesitzer, welche von dem Knochenmehl als Dünger bereits, und in welcher Quantität auf ein Jauch Grund gemacht haben werden ersucht, ihre dießfälligen Erfahrungen der Redaktion des Bothen von Tirol und Vorarlberg ehestens einsenden, und auch zugleich angeben zu wollen, ob diese Art Düngung vor oder nach der Pflügung des Ackerlandes gesäet worden, und diese auch auf die Wiesen anwendbar sey, welche Mittheilung die Redaktion durch den Tiroler Boten bekannt machen wird, damit die Landleute, welche oft an Dünger sehr Mangel leiden, von dem Knochenmehl Gebrauch machen können.

Auch in diesem Monat

1830 im Überblick

Im Jahr 1830 standen regionalgeschichtliche Themen und die Entwicklung des Kur- und Badewesens im Etschkreis und in Tirol im Zentrum der Berichterstattung. Neben detaillierten Analysen der Heilquellen und Kuranstalten um Meran wurden auch biografische Beiträge über Persönlichkeiten wie den Maler Johann Evangelist Holzer sowie landwirtschaftliche Innovationen dokumentiert.

Zitieren & Teilen

"Heilquellen in Tirol und Vorarlberg sowie Erfahrungen mit Knochenmehl als Dünger." Der Bote für Tirol, 5. August 1830. https://digital.tessmann.it/tessmannDigital/Zeitungsarchiv/Seite/Zeitung/47/1/05.08.1830/150691/4. https://www.meran-archive.com/de/artikel/1830-08-05-heilquellen-in-tirol-und-vorarlberg-sowie-erfahrungen-mit-knochenmehl-als-duenge