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Todesfall des Kaplans Johann Martin und Stiftung für die Schule in Glurns

Zusammenfassung

Nachruf auf Johann Martin, ehemaliger Pfarrer von Glurns und Kaplan der Englischen Fräulein in Meran. Er hinterließ der Volksschule in Glurns ein Legat von 300 Gulden zur Finanzierung von Schulpreisen, was als vorbildlicher Ansporn für das Tiroler Schulwesen gewürdigt wird.

Vollständige Transkription

Beil. Zu d. k. Blättern a. T. 1847, Nr. 1.

Tirol.

Meran, 28. Dez. 1846. (Korresp.) Vor zehn Tagen starb hier der hochw. Herr Johann Martin, ehemaliger Pfarrer von Glurns, und, seitdem er von dieser Seelsorgsstelle aus Gesundheitsrücksichten abgetreten, durch zehn Jahre Kaplan der englischen Fräulein in Meran. Schon als Pfarrer obiger Stadt widmete er der dortigen Schule alle seine Liebe und Aufmerksamkeit theils als eifriger Katechet, theils durch Preisvertheilungen, die er zum großen Theile aus eigenen Mitteln bestritt, in der Ueberzeugung, daß jede Gabe aus den Händen des Seelsorgers für Kinder die größte Aufmunterung zum Fleiße ist. Zeichnete sich damals die Schule von Glurns vor vielen andern aus, daß sie zur Musterschule erklärt wurde; so mußte neben dem vortrefflichen Lehrer Herrn Benedikt Holzner ein großer Theil dieses Verdienstes dem Eifer des hochw. Herrn Martin zuerkannt werden. Dieser Schule nun gedachte er auch in seinem Testamente, und vermachte ihr ein Legat von 300 fl. zu Schulpreisen. Die Bürger von Glurns werden diese Gabe ihres ehemaligen Seelsorgers mit um so größerm Danke hinnehmen, als sich bei ihnen unseres Wissens keine derartige Stiftung vorfindet. Vielleicht sehen sie sich durch diese Spende zu Beiträgen aus dem Ihrigen, und zur Wiederherstellung der öffentlichen und feierlichen Preisvertheilung aufgemuntert. Leider fehlen hiefür in vielen unserer Gemeinden die nöthigen Stiftungsgelder. Auch wissen wir, daß manche Geistliche aus gewissen Rücksichten zur Einführung derselben sich nicht entschließen wollen. Allein abgesehen davon, daß die öffentliche Belohnung für die Jugend ein mächtiger Sporn ist, wird dadurch in der Gemeinde ein größeres Interesse für den Unterricht angeregt, und Familie und Schule zum Behufe unseres Unterrichtswesens enger an einander geknüpft. Diesem allgemeinen Vortheile gegenüber verdienten Sonderinteressen und engherzige Empfindlichkeiten wohl keine Berücksichtigung.

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"Todesfall des Kaplans Johann Martin und Stiftung für die Schule in Glurns." Katholische Blätter aus Tirol, 4. Januar 1847. https://digital.tessmann.it/tessmannDigital/Zeitungsarchiv/Seite/Zeitung/62978/1/04.01.1847/289218/18. https://www.meran-archive.com/de/artikel/1847-01-04-todesfall-des-kaplans-johann-martin-und-stiftung-fuer-die-schule-in-glurns