Feier des allerhöchsten Geburtsfestes in Bozen
Bericht über die Feierlichkeiten anlässlich des Geburtstags des Kaisers in Bozen. Neben einem feierlichen Gottesdienst mit Ehrensalven und Glockengeläut fanden ein Festessen der Spitzen von Behörden und Militär sowie ein abendliches Konzert im Theater statt.
Vollständige Transkription
Botzen, den 20. April. Die Rückkehr des allerhöchsten Geburtsfestes Sr. Majestät unsers allgeliebten Monarchen war den Bewohnern der Kreisstadt Bozen eine willkommene Gelegenheit, ihre Gefühle der aufrichtigsten Anhänglichkeit an Allerhöchstseine Person an den Tag zu legen. — Am Vorabende des Festes und mit frühestem Morgen verkündeten Pöllersalven und Glockengeläute das Herrannahen und den Eintritt desselben. Um 9 Uhr Morgens fand in der hiesigen Stifts- und Pfarrkirche in Gegenwart des k. k. Kreisamts, Kollegialgerichts, Militärs, sämmtlicher übrigen k. k. Beamten und einer zahlreichen Volksmenge ein feierlicher Gottesdienst statt, während dessen Haupttheilen eine vor der Kirche aufgestellte Kompagnie des k. k. Infanterie-Regiments Großherzog von Baden die üblichen Salven gab, die mit Pöllerschüssen begleitet wurden. Zu Mittag vereinte der k. k. Kreishauptmann das Offizierskorps, die Vorstände der k. k. Behörden und Geistlichkeit, und die in Botzen anwesenden Herren ständischen Verordneten zu einer Tafel, bei welcher die Gesundheit Ihrer Majestäten mit freudigstem Gefühle ausgebracht wurde. Die Stadtgemeinde ließ an die k. k. Garnison zur Feier des Tages eine Spende an Wein verabfolgen. Abends fand im glänzend erleuchteten Schauspielhause bei einer zahlreichen Versammlung der Stadtbewohner ein Konzert statt, bei dessen Beginne vor einer geschmackvoll geordneten Dekoration die Volkshymne: „Segen Oestreichs hohem Sohne“ abgesungen, und am Schlusse mit einem allgemeinen „Lebehoch!“ begleitet wurde. So vereinten sich alle Klassen der Bewohner, einen Tag zu feiern, an dem ihnen durch Gottes gütige Vorsorge ein so theures Geschenk zu Theil wurde, um dessen Erhaltung jeder mit Inbrunst täglich zum Himmel fleht.
1836 im Überblick
Das Jahr 1836 in Meran und Umgebung war geprägt von extremen Wetterumschwüngen im Februar mit Stürmen, starkem Schneefall und rasanten Temperatur- sowie Luftdruckschwankungen. Zudem sorgte im März ein Bärenangriff im Gericht Glurns für Aufsehen, bei dem sich ein Holzfäller erfolgreich verteidigte. Diese Ereignisse dokumentieren die naturräumlichen und klimatischen Bedingungen der Region in jener Zeit. →
Zitieren & Teilen
"Feier des allerhöchsten Geburtsfestes in Bozen." Der Bote für Tirol, 25. April 1836. https://digital.tessmann.it/tessmannDigital/Zeitungsarchiv/Seite/Zeitung/47/1/25.04.1836/151288/1. https://www.meran-archive.com/de/artikel/1836-04-25-feier-des-allerhoechsten-geburtsfestes-in-bozen