Hochwasser des Saldurbaches und Danksagung der Gemeinde Schluderns
Nach dem verheerenden Ausbruch des Saldurbaches infolge eines Gletscherseeausbruchs am Matscher Ferner dankt die Gemeindevorstehung von Schluderns den Behörden und Nachbargemeinden für ihren Rettungseinsatz.
Vollständige Transkription
Anhang.
Die Tage vom 31. Juli bis 10. August l. J. waren für das an beiden Seiten des dem Matscher Ferner entströmenden Saldur Baches gelegene Pfarrdorf Schluderns, Landgerichts Glurns, eilf Tage der größten Gefahr, banger Sorge und völlig erschöpfender Anstrengung um die Erhaltung eines großen Theiles der Wohnhäuser, Baugründe und der Post- und Kommerzialstraße. Denn am 31. Juli Morgens 4 ½ Uhr brach der genannte Wildbach, mit einer ungewöhnlichen Menge Wassers, große Holzstämme, Gestein und abgerissenes Material fortwälzend, hervor. Er verließ bald sein bisheriges Bett, und unterspülte in nicht langer Zeit ganze Strecken der einstürzenden Verarchung, so daß ein großer Theil der Häuser und Grundstücke seinem ungewissen Laufe offen standen. Wenn gleich unter rastloser und sachdienlicher Anweisung des Landgerichts-Personales und des Straßenmeisters von den Gemeinde-Insassen durch acht Tage und Nächte unausgesetzte Gegenwehr geleistet wurde, so konnte doch der einmal eingetretene Zustand der höchsten Gefahr nicht gemildert werden, bis es endlich der mit voller Sachkenntniß gefaßten und durch die zweitägige, zahlreiche, ganz unentgeltliche Beihülfe von Seite mehrerer Nachbargemeinden ausführbar gemachten Anordnung des k. k. Kreisingenieurs-Adjunkten Hrn. Hirn gelang, dem Wildbache mittelst eines 70 Klafter langen, am Ende des Dorfes geschöpften Leitkanals, und leichter traversartiger Brettversicherung innerhalb einfacher Grasdamm-Anlagen eine unschädliche Ablagerung der großen Menge des Schoders zu verschaffen, hiemit ein schnell eingetretenes Fallen des Wasserstandes herbeizuführen, und die bisherige Gefahr ohne einen im Verhältnisse mit selber großen Schaden zu entfernen. Während jedes Gemeindeglied von Schluderns dem Allgütigen für diese Rettung aus höchster Noth im Gebethe danket, hält es die Gemeinde-Vorstehung für ihre erste Pflicht, die allgemeine Anerkennung und den ungetheilten Dank, bei bestandenem Urlaube des Hrn. Landrichters, insbesonders gegen den k. k. Landgerichts-Adjunkten Hrn. Sybold, Landgerichts-Aktuar Hrn. Kastner, Kreisingenieur-Adjunkten Hrn. Hirn, und gegen die menschenfreundlichste Mitwirkung der Gemeinden Glurns, Mals, Burgeis, Schleis, Laatsch, Taufers, Tartsch, Prad, Agums, Liechtenberg, so wie der zum Landgerichte Schlanders gehörigen Gemeinde Tschengls auszusprechen.
Möge es gelingen, ähnlicher Gefahr durch Hebung der Grundursache (als welche der jähe Ausbruch einer der mehreren Wasserkammern im Matscher Ferner höchst wahrscheinlich bezeichnet wird), für die Zukunft vorzubeugen.
Die Gemeindevorstehung von Schluderns.
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"Hochwasser des Saldurbaches und Danksagung der Gemeinde Schluderns." Der Bote für Tirol, 21. August 1834. https://digital.tessmann.it/tessmannDigital/Zeitungsarchiv/Seite/Zeitung/47/1/21.08.1834/151113/4. https://www.meran-archive.com/de/artikel/1834-08-21-hochwasser-des-saldurbaches-und-danksagung-der-gemeinde-schluderns